Desierto de Ica

Mittlerweile stehen reichliche 6000km auf meinem Tripmaster. Eigentlich wollten wir von Arequipa weiter nach Cusco, um uns den populären Incastätten zu widmen. Das zu erwartende Wetter schreckt uns allerdings ab und eine Senora erzählt uns beim Frühstück wie heiß es doch in Nasca sei. Wir entscheiden uns spontan um und machen uns direkt auf den Weg Richtung Meer. Die Panamericana von Mollendo bis Puerto Lomas ist traumhaft. Die Straße ist kurvig und gut asphaltiert. Die Landschaft wechselt zwischen Strand und Steilküste, Sand- und Steinwüste. Wir bummeln lang hin mit Badestops und ausgedehnten Mittagspausen. Deshalb müssen wir zwei Nächte wild campen. In der ersten Nacht finden wir einen herrlichen Platz. Weit entfernt von der Straße, nur Wüste und Meer. In der zweiten Nacht haben wir weniger Glück. Es wird langsam dunkel und wir finden einfach nichts. Wir entscheiden uns für einen Platz, der an sich ganz schön ist, für unseren Geschmack aber etwas zu nah am Meer. Wir beobachten noch eine Weile die ohnehin großen Wellen, befinden den Platz für sicher und gehen ins Zelt. Um 4:18 Uhr werden wir wach. Es fühlt sich an als würden wir auf einer Rüttelplatte sitzen. Erdbeben. Da sich hinter uns die Küstencordillera erstreckt versuche ich aus dem Zelt zu stürzten und mich hinter den Mopeds gegen Steinschlag zu verstecken. Eh ich draußen bin ist alles vorbei. Anschließend gehe ich ins Zelt und will weiter schlafen. Fips ist da anderer Meinung, hat Angst vor Tsunamiwellen und will los. Ich finde diese Ansicht übertrieben („das passiert hier doch ständig“) aber gebe nach. Wir packen ein und hauen ab. Beim einpacken erinnere ich mich an die Tsunamiwarnschilder, Evakuationszonen und Belehrungen der Parkranger in Chile. Die Panamericana ist zu weiten Teilen durch Geröll und Erdrutsche verschüttet. Nach ca. 100km halten wir in einer Ortschaft und frühstücken. In der „Jugeria“ frage ich bei der Senora, deren Laden ebenfalls gelitten hat nach. Das Beben hatte die Stärke 7.3 und sei in der Form seit 2001 nicht mehr vorgekommen. Damals hätte es auch eine Tsunamiwelle nach sich gezogen. Alle Anwesenden klinken sich in das Gespräch ein und bejahen. In den Nachrichten lese ich später, dass wir nur ca. 100km vom Epizentrum entfernt waren. 2 Menschen starben, weit über 50 wurden verletzt und hunderte obdachlos.

Anschließend verbringen wir eine Nacht im Ort Nasca in de Ica-Wüste. Seit Lomas hat die Straße wieder einen eher geradlinigen Verlauf mit reichlich Seitenwind. Am nächsten Tag machen wir uns auf zur Oase Huacachina bei Ica. Auf dem Weg dahin passieren wir die „Nascalinien“. Dies ist eine Ansammlung von riesigen Bildnissen, die während der Nasca-Zeit auf den Boden der Wüstenebene gezeichnet wurden und sich über eine Fläche von 500km² erstrecken. Auf insgesamt 4 Aussichtspunkten entlang der Panamericana bekommen wir einen Bruchteil der Bildnisse zu sehen. In Huacachina wollen wir ein paar Tage verbringen. Wir sind in den letzten Wochen zu viele Kilometer gefahren und brauchen ein paar Tage Pause. Da die meisten peruanischen Ortschaften nicht zum verweilen einladen, greifen wir auf diesen „Gringospielplatz“ (Zitat: Lonely Planet) zurück. Schon am Eingang der kleinen Oase wird es mir zu viel. Zig Strandbuggys warten bereits am Ortseingang darauf Touristen über die Dünen zu karren. Zum Glück haben wir eine Empfehlung eines ruhigen, am Rande der Dünen gelegenen Zeltplatzes (Sol y Dunas Camping Ica) in petto. Auf dem, nicht einfach zu findenden Camping begrüßt uns der sehr herzliche und umgängliche Inhaber Lucion mit seinen 4 Hunden und einer Flasche Pisco. Wir verbringen ein paar Tage zusammen mit zwei weiteren Gästen aus Belgien und machen nicht sehr viel.

Auf dem Weg nach Ica meldet sich ein Problem von der Liste „das wollte ich eigentlich noch erledigen“ bei der Transalp. Ein Gabelholm ist schon seit längerem undicht. In Arequipa habe ich mich bereits um Öl und neue Simmeringe gekümmert. Auf dem Zeltplatz nehme ich die Arbeit in Angriff. Leider bringen die leichten Windbrisen ständig feinen Wüstensand mit sich, so dass ich die Arbeiten an den Gabelholmen auf der Toilette des Zeltplatzes durchführen muss. Außerdem müssen die Sturzbügel mal wieder in Form gebracht werden, da diese an der Transalp mittlerweile stark deformiert sind.

Anschließend geht es für uns weiter auf der Panamericana in Richtung Norden. Wir haben beschlossen uns den Norden Perus für den Rückweg zu sparen und wollen schnellstmöglich nach Ecuador. Auf dem Weg entlang der Küste müssen wir nur aufpassen nicht in einen Papstbesuch zu geraten. Lima lassen wir links liegen, die zweistündige Durchquerung reicht uns bereits. Den Ort Trujillo erreichen wir einen Tag nach dem Besuch des Papstes. Aus diesem Grund finden wir, den wohl saubersten Plaza in ganz Peru vor, der extra für Papa Francisco aufpoliert wurde. In weiteren 1-2 Tagen werden wir wohl Ecuador erreichen.


Auf Zeltplatzsuche


Es gibt schlechtere Plätze zum übernachten…


Ica-Wüste und Pazifik am Morgen


Nasca-Linien


Das hätte man vorher erledigen können…


Urlaub bei Lucio

Colca und Dakar

Wir wollen endlich nach Peru, doch vorher müssen wir noch unseren Ausflug nach Trinidad ausbügeln. Die knapp 2000km zur bolivianisch-peruanischen Grenze bei Copacabana erledigen wir in 4 Tagen. Ab Cochabamba befanden wir uns wieder auf der „Lonely-Planet-Rute“. Das merken wir vor allem daran, dass es an den Tankstellen wieder „Gringopreise“ gibt, was in der Gegend um Santa Cruz nicht der Fall war. Auch die Preise der Unterkünfte steigen wieder. Haben wir in Montero noch 50BOL für ein Zimmer gezahlt, sind es jetzt 250Bol. Ab Cochabamba geht es auch wieder hoch aufs Altiplano. Das bedeutet die Luft wird wieder dünner und es regnet jeden Tag. Ab 4000m schlägt der Regen gern mal in Hagel um. Danach geht es nach La Paz. Warum man diese triste Betonwüste mal gesehen haben muss weiß ich auch nicht. Wir kämpfen uns im Schritttempo im Stadtverkehr, durch die Dieselwolken der Kleinbusse. Nach 2h haben wir dann auch schon den Stadtkern erreicht und ein bezahlbares Hostal gefunden. Nur der Blick von oben, in den Kessel von La Paz ist zugegebenermaßen beeindruckend. Zu allem Überfluss sind die Tankstellen „Extranjeros“ gegenüber besonders feindlich eingestellt. Wir brauchen 8 Anläufe bis man uns endlich, auf den letzten Tropfen, Benzin verkauft. Trauriger Höhepunkt unserer letzten Tage in Bolivien ist der Touristenort Copacabana. Dessen zugemüllte Straßen haben einen netten Eigengeruch, da die Abwässer der Hotels (auch des unseren) direkt, am Stadtstrand mit den Fischresaurants, in den Titicaca-See münden. Der beeindruckende, tiefblaue See gleicht an den Ufern einer Jauchengrube und ist an manchen Stellen von einer dicken Müllschicht überzogen. Auf peruanischer Seite sieht es ähnlich aus. Die Grenzformalitäten sind entspannt. Wir erledigen sie gemeinsam mit Motorradfahrer Ariel aus Argentinien, mit dem wir uns noch ein Zimmer in Puno teilen.

Danach geht es für uns weiter zum Colca-Tal. Das Wetter bleibt mies und die Pässe auf knapp 5000m werden sehr ungemütlich. Wir brauchen weitere 2 Tage aber das Altiplano zeigt sich von seiner besten Seite mit traumhaften Landschaften und besten Motorradstrecken. In Chivay kaufen wir ein und begeben uns anschließend auf den Weg entlang des Colca-Tals. Durch das schlechte Wetter sind die Tourist-Controll-Posten nicht besetzt und der Eintritt von 70 Sol entfällt für uns. Wir begegnen niemandem mehr und können deshalb unser Zelt in der Nähe eines bekannten Aussichtspunktes, am Rande des Canyons aufstellen. Die Wolken hängen im Tal und es regnet den ganzen Abend und die ganze Nacht. Also, Zelt im Regen aufstellen, noch ein Süppchen kochen und ab ins Bett. Am nächsten morgen kommt pünktlich zum Frühstück die Sonne raus. Wir sitzen am Rand des fast 1000m tiefen Canyons und wie bestellt, passiert eine ganze Rotte von Kondoren unseren Platz um nach dem Rechten zu schauen. Danach geht es weiter über luftige Pässe mit mehr Kurven als Geraden. Ab Huambo verlässt uns der Asphalt wieder. Wir fahren weiter übers Altiplano und steigen anschließend in die Wüste ab, wo wir eine weitere Nacht verbringen.

Hier herrschen endlich wieder anständige Temperaturen und wir steigen weiter ab zur Küste, wo es drückend heiß wird. Die Wüste mündet ins Meer. Es sind weit über 30°C und wir legen einen Badestop ein. Danach fahren wir nach Camana. Hier soll ein geplanter Tankstop der Dakar sein. Wir haben eingentlich nicht viel Ahnung von der Streckenführung, fragen uns durch uns finden die besagte Tankstelle. Nach 1h treffen die ersten Motorräder ein. Anschließend fahren wir weiter in Richtung Arequipa, ohne zu wissen, dass wir die nächsten 200km mit den Dakar-Teilnehmer*Innen teilen werden. Entlang der kurvigen Küstenstraßen hängen wir gemeinsam mit den Motos hinter LKW’s oder treffen Quad’s und Autos beim tanken. Als wir in Arequipa ankommen ist es bereits dunkel. Unsere Hostalsuche führt uns weiterhin entlang der Strecke. Im Stadtverkehr geht es nur schleppend voran und wir treffen immer wieder auf Dakar-Teilnehmer*Innen mit dem gleichen Problem. Kurz vor der Zieleinfahrt wird es ganz verrückt. Die Peruaner springen auf alles an, dass nach Dakar aussieht und so müssen auch wir im Stop-and-Go Verkehr für Selfies herhalten. Meine Erklärungsversuche, dass wir nur Touristen seien, ziehen nicht. Im Getümmel tuschiere ich einen Taxifahrer. Es ist rein gar nichts passiert, trotzdem lege ich mir schon meine Spanischvokabeln zurecht um mich raus zureden. Als er schließlich aussteigt, wird er von einer johlenden Menge zurück ins Taxi gebuht. Es wird immer verrückter. Als schließlich ein Junge mit Zettel und Stift auf uns zukommt, wird es mir zu viel und wir biegen ab in eine Seitenstraße.

Wir finden eine nette Hospedaje im Zentrum, mit einer sehr netten Betreiberin und einem sicheren Stellplatz im Innenhof, der wiedermal durch eine sehr schmale Eingangstür zu erreichen ist. Am nächsten Morgen steh ich um 3 Uhr auf um mir den Start anzusehen. Die Senora steht ebenfalls extra auf um mir die Tür zu öffnen. Fips sind 3h Schlaf zu wenig und sie verzichtet. Anschließend legen wir einen Waschtag in Arequipa ein und treffen uns Abends mit Radfahrer Andreas aus Dräsdn, den wir zuvor auf dem Altiplano getroffen haben, auf ein Bier.


Wackelige Fährüberfahrt auf dem Titicaca-See


Agrarflächen im Colca-Tal


Frühstück am Rand des Colca Canyon


Pisten auf dem Altiplano


Wüstenzeltplatz


Hondafahrer unter sich

Amazonasbecken

Nach Samaipata machen wir uns auf nach Trinidad. Wir haben den Plan, von dort ein Schiff in den Norden Boliviens oder nach Brasilien zu nehmen. Alternativ könnten wir einige der Erdpisten durch den Regenwald nehmen. Wir brauchen 3 Tage bis Trinidad. Ab Santa Cruz werden es über 30°C und unangenehm schwül. Außerdem ist die Hauptverkehrsstraße wegen starker Regenfälle blockiert und wir müssen mal wieder auf Pisten ausweichen. Die Umgehungen beschränken sich zwar auf ca. 50km, durch den starken Verkehr entwickeln sie sich aber zur Staubhölle und man sieht oft nicht wo man hin fährt und wer einem entgegenkommt. Auf dem Weg nach Trinidad wird es immer tropischer und wir sehen Wasserschweine und Gürteltiere am Straßenrand. In Trinidad begeben wir uns auf die Suche nach einem Schiff. Wir klappern 3 Häfen ab und finden tatsächlich ein Schiff das Kraftstoff nach Guajaramirim bringt. 4 Tage soll die Fahrt dauern, es geht allerdings erst Sonntag los. Da wir bis dahin noch Zeit haben entscheiden wir uns eine Touristentour zu machen. Da sich so gut wie keine Traveller nach Trinidad verirren, hoffen wir dem Touristen-Nap nicht ausgesetzt zu sein. Wir gehen in die einzige Agentur (Moxos-Tours), wo man uns natürlich sofort eine 2 Tagestour mit dem Boot zusammenstellt. Natürlich werden wir (wie immer bei solchen Agenturen) übers Ohr gehauen. Der „Broker“ zieht uns viel zu viel Geld aus der Tasche aber das wird uns erst im Nachhinein klar. Es geht auf einem einfachen Holzkahn in Richtung Rio Marmores. Als Tourguide wird fix eine Familie aus dem Ort engagiert (von wegen Englischsprachig). Der Mann kann Boot fahren, die Frau kochen und die Tochter nicht allein zu hause bleiben. Es wird also kurzerhand ein Familienausflug und wir Besuchen alle möglichen Verwandten die am Flussufer wohnen. Wir haben zwar alle viel Spaß zusammen und ich kann mein Spanisch ein wenig aufpeppen aber das blöde Gefühl bleibt, dass nicht einmal die Hälfte des Geldes beim Bootsmann ankommen wird. Die versprochene „Cabana“ zur Übernachtung ist ebenfalls nichts für schwache Nerven. Eine provisorische Bretterbude mit reichlich Eigenleben und modrigen Matratzen. In dieser Nacht habe ich jedenfalls hart mit meiner Spinnenphobie zu kämpfen. Die Zeit auf dem Wasser ist trotzdem sehr schön. Auf der Tierbeobachtungsliste stehen Affen, Papageien, Schildkröten, unzählige Flussdelphine und ein Faultier. Außerdem ist Pedro immer in Quassellaune und bemüht sich um ein akzentfreies Spanisch.

Nach der Tour fahr ich wieder zum Hafen, wo sich der Kapitän von Domingo (Sonntag) auf Lunes (Montag) korrigiert. Am Montag korrigiert er sich ein weiteres mal auf Martes (Dienstag). In der Zwischenzeit verbringen wir Silvester in Trinidad. Da man bei der bolivianischen Variante von Silvester – einer Mischung aus Knallerei, Weihnachts- und Jahrmarkt im Sonntagszwirn – ohnehin nicht schlafen kann, besorge ich zwei Karten für eine Abendveranstaltung. Wir verbringen den Silvesterabend im „Club Social 18 de Noviembre“ (quasi im Kulturhaus). Es geht um 10 los und endet um 6 Uhr, wird uns gesagt. Wir kommen um halb 11 und sind fast die ersten. Es wird eine Nacht mit feinsten bolivianischen Schlagern und die Outfits der Gäste stellen mich, in meinen abgeschnittenen Shorts etwas in den Schatten.

Am nächsten Tag beschließen wir schweren Herzens die Reise in den Norden nicht anzutreten. Uns läuft die Zeit davon. Außerdem sind wir etwas besorgt. Der aufwendig betriebene Mückenschutz zeigt so gut wie keine Wirkung und weitere 7-10 Tage in einem Malaria, Zika-Virus und Dengue-Fieber Gebiet lässt auf nicht viel gutes hoffen. Die Alternativrouten fallen auch aus, da es jeden Tag regnet und uns ein Paar mit leichten Sportenduros, dass wir getroffen haben, dringlichst davon abgeraten hat. Also werden wir einen großen Umweg zurück nach Santa Cruz in kauf nehmen, um dann doch über La Paz und Titicaca-See Peru zu erreichen.


Staubhölle


Regen im Regenwald

familie
Unsere Reisebegleitung (die Schubkarre ist für den Onkel)

schlange
Grüne Schlange

fipsundkumpel
Fips und Kumpels beim Mittagsstop

baden
Baden ist angeblich bedenkenlos möglich

Altiplano und Ruta del Che

Von Uyuni fahren wir weiter nach Potosi und Sucre. Beide Städte liegen auf dem Altiplano und sind über gut asphaltierte, kurvenreiche Straßen zu erreichen. Beide Innenstädte sind vom Kaliber „Lonely Planet:…musst du gesehen haben!“. Also wie immer ein paar schicke Kolonialbauten, Pizza & Pasta, ausländische Hostelbetreiber, Agenturen…… Wir bleiben jeweils einen Tag, besuchen ein paar Museen und essen uns durch die Stände der Markthallen und Plazas. Acht Essensstände am Abend sind dabei kein Problem. Die Portionen kosten meist nur Cent-Beträge. Sucre ist sehr metropolitisch und die Stadt der Bolivianischen Unabhängigkeit. Potosi ist vor allem durch den „Cerro Rico“ (Reicher Berg) der noch heute das Wappen der bolivianischen Flagge ziert bekannt. Einst versorgte der Berg das spanische Reich mit Silber. Silber gibt es schon lange nicht mehr aber noch immer schuften tausende „Mineros“, darunter viele Kinder unter miserabelsten Bedingungen in den Minen und fördern mit Hammer und Meißel Minerale. Die Mineros werden dabei meist nicht älter als 40 Jahre. Die Spitze des Elends bilden die Agenturen, die Ausflüge für Touristen in die Minen anbieten, bei denen man die Arbeiter in ihren maroden Minen besucht.

Da wir nicht mit der nächsten Touristenstadt fortfahren wollen, planen wir die „Ruta del Che“ zu fahren. Wir sind uns nicht ganz sicher, da 200km Schotterpisten zu fahren sind und das Wetter mitspielen muss. Wir entscheiden uns zu fahren und rechnen damit drei Tage lang wild zu campen und uns selbst zu versorgen. Nach ca. 120km in südliche Richtung biegen wir auf die „Ruta 38“ ab. Hier endet die Asphaltstraße. Die „Ruta 38“ führt durch das ehemalige Gebiet der Guerilla entlang einiger Wirkungsstätten von Che Guevara. Nach ca. 30km Schotterpiste kommen wir in das Dorf „Villa Serrano“ und sind reichlich überrascht. Ein herrlicher kleiner Urlaubsort für bolivianische Touristen mit ein paar Hotels und einem kleinen Plaza. Es ist zwar noch nicht spät aber wir entscheiden uns trotzdem zu bleiben und nehmen uns ein Hotel. Am nächsten Tag geht es weiter. Am morgen regnet es etwas (der erste Regen seit dem wir in Südamerika sind) und die Piste bekommt einige Matschpassagen. Die Steigungen der Serpentinen sind meist heftig und auf der schmalen Schotterpiste ist immer mit etwas Gegenverkehr zu rechnen. Dieser begrenzt sich allerdings auf ein paar Busse. Für Fips mittlerweile alles kein Problem mehr. Es wird auch endlich wieder ein grüner und die Landschaft ist unheimlich schön und abwechslungsreich. Die Piste wechselt zwischen tropischen Tälern (1000m, 30°C) und luftigen Bergkämmen (2500m, 15°C) mit großartiger Aussicht. Zwischendurch überqueren wir den „Rio Grande“ und sehen viele Papageien. Nach ca. 100km erreichen wir „La Higuera“. In der Schule dieses Dorfes mit 5 Häusern wurde Che Guevara 1967 hingerichtet. Wir sind wieder überrascht. Am Anfang des Dorfes treffen wir Juan Lebras, einen Franzosen der sich um die geschichtliche Aufarbeitung der letzten Tage der Guerilla kümmert und zusammen mit anderen das „Casa de la Telegrafista“ betreibt. In diesem Haus lebte früher der Telegrafist, der unter anderem Nachrichten für die Guerilla versendete. Heute ist es Unterkunft und Museum. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste. Am Abend erzählt uns Juan über seine Recherchen bei einigen Coca-Blättern. Da das Dorf unheimlich ruhig und idyllisch ist, bleiben wir noch eine Nacht. Dabei werden wir zeuge eines historischen Momentes, das Grundstück wird an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Am nächsten morgen fahren wir weiter nach Samaipata. Das kleine Dorf ist übervölkert von Europäern und voll auf Touristen eingestellt. Wir steigen für die Feiertage im Hotel „Landhaus“ ab, dass von sehr netten Leuten betrieben wird. Leider regnet es jeden Tag. Wir gehen hier mal was essen, da mal was trinken, machen einige Bekanntschaften und besuchen die nahegelegenen Inca Ruinen.

Mit den Mopeds läuft alles gut. Die Transalp hatte ein paar Problemchen. Durch den Wüstendreck und die Höhe kam so gut wie keine Luft mehr an, was sich durch Stocken im hohen Drehzahlbereich bemerkbar machte. Nach einer Reinigung des Luftfilters beim nächsten „Moto Taller“ lief die Gute wieder. Außerdem hat sich nach 25 Jahren der Regler verabschiedet. Da dies abzusehen war, habe ich vorher eine Ladespannungsanzeige an beiden Motorrädern verbaut. So könnten wir schlimmeres Vermeiden und frühzeitig erkennen, dass die Spannung ohne Licht viel zu hoch war (über 16V). Einen neuen hatte ich bereits im Gepäck. Die Africa Twin gibt sich bislang mit regelmäßiger Kettenpflege zufrieden. Überhaupt haben wir so gut wie keine Probleme mit der Höhe und der schlechten Benzinqualität. Anders die BMW und Triumph Fraktion der Neusten Modellreihen. Motorradreisende klagen über stotternde, überhitzte Motoren und fontänenartige Kühlwasseraustritte. Wiedermal bin ich froh auf Motorräder gesetzt zu haben, deren Lebensdauer nicht mit der Garantiezeit endet ;)
Außerdem haben wir Wege gefunden an halbwegs „normale“ Benzinpreise zu geraten. Wir meiden einfach die Tankstellen an denen wir ohnehin höchst ungern oder gar nicht bedient werden. In den Dörfern gibt es immer jemanden der Benzin verkauft, man muss nur fragen. Außerdem ist die Qualität dort wenigstens gleichbleibend schlecht (an Tankstellen auch mal sehr schlecht), da das Geschäft sonst schnell von jemand anderem übernommen wird. Ob der Erlös durch den Mehrpreis für Ausländer bei der derzeitigen Regierung sinnvoll verwendet wird, ist ohnehin fraglich.

alti
Altiplano


Saftbarmeile auf dem Markt in Sucre

tropisch
Ruta 38, tropisch

Bus
Gegenverkehr

tal
Valle Rio Grande

rio
Rio Grande

unfall
Schöne Landschaft

casa
Casa de la Telegrafista

luftig
Ruta 38, luftig

mittag
Mittagessen

Atacama und Uyuni

Wir besuchen noch einige Attraktionen rund um San Pedro de Atacama, wie das „Valle de la Luna“ oder das „Valle de la Muerta“. Diese Orte sind zwar schön, jedoch völlig überlaufen und es wird überall Eintritt verlangt, da die meiste Agenturen Ausflüge hierher anbieten. Deshalb füllen wir unsere Vorräte auf um noch etwas ruhigere Ecken der Atacama zu sehen. Wir fahren zum „Salar de Atacama“ einer riesigen Salzebene südlich von San Pedro und anschließend zum „Laguna Lejia“ auf dem „Paso Huaitiquna“ der in Richtung der argentinische Grenze führt. Der Weg dort hin entwickelt sich zu einer groben Schotterpiste mit fiesen Sandpassagen. Menschen treffen wir so gut wie keine mehr, dafür zahlreiche Lamas. Wir stellen unser Zelt an einem geeigneten Platz auf dem Weg zur Lagune auf, haben allerdings beide mit leichten Kopfschmerzen zu kämpfen, da wir uns mittlerweile auf ca. 4000m befinden. Am nächsten Tag erreichen wir die Lagune auf 4400m. Gerne würden wir noch etwas bleiben und ein Stück des Wanderweges zum nahegelegenen Vulkan „Lascar“ (5600m) gehen. Wir müssen allerdings umkehren, da wir uns bei den Wasservorräten verschätzt haben.
Anschließend folgen zwei Zwangsübernachtungen in San Pedro und Calama, wo wir uns erneut mit Vorräten eindecken. Auf dem Weg von Calama zur bolivianischen Grenze, entlang des „Paso Ollagüe“ passieren wir unzählige Vulkane aus denen teilweise Rauch aufsteigt. Bei dem am Pass gelegenen Vulkan(chen) „Poruna“ gelingt uns endlich der Aufstieg zu einem Vulkankrater. Die Nacht verbringen wir am „Salar de Ascotan“. Dort finden wir eine geeignete Lehmhausruine zum wildcampen, die uns vor dem starken Wind schützt, der uns schon wieder seit Tagen malträtiert. Zur Krönung gibt es Nachts mal wieder einen beeindruckenden Sternenhimmel und anstatt der Sternschnuppen einen Meteoriten (Angaben ohne Gewähr, bin kein Astronom).
Am nächsten Morgen geht es weiter zum Grenzort „Ollagüe“. Da seit dem letzten Tanken ca. 200km vergangen sind und wir in den nächsten 250km mit keiner größeren Ortschaft rechnen, müssen wir tanken. Auf meiner GPS-Karte ist eine Tankstellen in diesem Örtchen eingezeichnet. Wir folgen den Koordinaten und stehen vor einer Kneipe. Ich geh nachfragen und uns wird tatsächlich Benzin aus Kanistern verkauft, allerdings für den doppelten Preis (1.500 Peso/l ~ 2 EUR/l). Der Grenzübertritt verläuft reibungslos. Am bolivianischen Grenzposten, mitten im Niemalsland treffen wir auf einen gehörlosen Biker aus den USA. Er kommt gerade aus Bolivien, ist von der Piste sichtlich erschöpft und bittet uns um Wasser. Trotz seiner recht sportlichen 650er GS, scheint er nicht besonders begeistert über die uns bevorstehende Strecke zu sein. Schweren Herzens verschenke ich eine Flasche Wasser und wir fahren weiter, denn wir wollen noch den 150km entfernten „Salar de Uyuni“ erreichen. Die auf meiner Karte als „Carretera“ (Land-/Schnellstraße) gekennzeichnete Rute beginnt als ordentliche Schotterpiste. Später mündet diese in einer weiteren Salzebene. Eine Straße ist nicht mehr zu erkennen und die von der GPS-Karte vorgeschlagene Rute ist eher als Empfehlung anzusehen. Nach ca. 80km erreichen wir das Dorf „San Juan“. Ab hier wird die Streckenführung etwas zorniger. Die weiteren 70 km führen uns über stark ausgefahrene Waschbrettpisten und lose Sandpisten. Fips muss drei leichte Stürze auf losem Untergrund wegstecken und hat dadurch den Blick für die schöne Landschaft und die unzähligen Lamas und Vicunas etwas verloren. Wenigstens gibt es keinen Verkehr. Wenn sich doch mal ein Fahrzeug nähert, ist es auf jedenfalls ein viel zu schneller Toyota Landcruiser der uns mit einer ewig langen Staubfahne eindeckt. Da sich die Stimmung ein wenig trübt, brechen wir die Sache ab und gönnen uns ein gemütliches Hostal in einer der wenigen Ortschaften kurz vor dem „Salar de Uyuni“.
Am nächsten morgen geht es dann in die Salzwüste. Wieder sind die vorgeschlagenen Ruten nur als Empfehlung anzusehen. Der „Salar de Uyuni“ ist noch weißer, ebener und größer als alle bisherigen Salzebenen. Wir brettern die ca. 120 km quer über den Salzsee, hören die Salzplatten unter uns knacken, sehen nur in der Ferne einige andere Fahrzeuge und machen in der Mitte halt für die obligatorischen Salzseefotos. Am Ende des Tages erreichen wir mit den letzten Litern Benzin die schmucklose Stadt Uyuni. Als erstes geht es an die Tanke, an der Ausländer den dreifachen Preis (7 BOL/l~90 Cent/l) für die gerade mal 85 octanhaltige Brühe zahlen. Danach gibt es ein leckeres Mittagessen für 20 BOL und anschließend geht es auf Hostalsuche. Wir finden eine günstige Bleibe und ich bin voll zufrieden, da es einen sicheren Parkplatz, eine warme Dusche und sogar Internet gibt. Fips ist nur teilweise zufrieden und auf den 2. Blick scheint mir das in die Jahre gekommene „El Viajero“ doch ein wenig kritikwürdig. Zum Abend geht es dafür in das „touristische Zentrum“ wo sich mal wieder Hostals, Restaurants und Agenturen aneinander reihen und einem Pizza und Paste für den 4-fachen Preis, wie das leckere bolivianische Mittag angeboten werden.


Paso Huaitiquna

Zeltplatz
Übernachtung auf dem Weg zum Laguna Lejia

laguna
Laguna Lejia und Vulkan Lascar

Salar Ascotab
Salar de Ascotan mit Flamingos

hauptstra�e
Landstraße in Bolivien

Salar de Uyuni
Salar de Uyuni

Fotospa�
Fotospass am Salar de Uyuni

Chile

Mittlerweile haben wir die ersten 2000km durch Chile zurückgelegt und sind zur Zeit in San Pedro de Atacama, einem von Touristen überlaufenen, überteuerten Kaff in mitten der Atacama Wüste, in dem sich Hostels, Restaurants, Touranbieter und Souvenirläden aneinander reihen. Für uns ist es dennoch wichtig ein paar Tage hier zu bleiben um dieses Internet zu nutzen, Sachen zu waschen, etc… Hier trifft man neben Travellern und Pauschaltouristen auch andere Motorradfahrer, da es Ausgangspunkt für einige sehr interessante Grenzübertritte nach Bolivien ist. Vor allem die hochaufgerüstete BMW-Fraktion ist stark vertreten.
Auf dem Weg hierher haben wir einige sehr schönen Nationalparks besucht. Die erste nennenswerte Station war das „Reserva Isla de Choros“. Die Insel liegt vor dem Ort Punta de Choros, der nur über eine 50km lange Schotterpiste zu erreichen ist und dessen Charme erst auf den 2. Blick sichtbar wird. Bei einem Bootsausflug zur Insel konnten wir eine Gruppe Finnwale, Kormorane, Otter, Seelöwen und natürlich die „Pingüinos de Humboldt“ sehen. Anschließend folgten wir der Küstenstraße und besuchten die Nationalparks „Llanos de Challe“ und „Pan de Azucar“, die mit weißen Sandstränden, türkisfarbenem Wasser und surrealen Wüstenlandschaften auftrumpfen. Wir unternehmen jeweils eine Wanderung durch die Wüste und bekommen Guanacos zu Gesicht. Viele Menschen Treffen wir nicht und sind teilweise die einzigen Gäste auf den Zeltplätzen.
Die Sonne ist todbringend. Das erste was wir morgens machen ist uns die Gesichter einzucremen, unsere Nasen gleichen trotzdem „Trinkernasen“. Der kühle Humboldtstrom sorgt allerdings für erträgliche Temperaturen.
Nach dem „Pan de Azucar“ begeben wir uns wieder auf die Ruta 5 (Panamericana) und legen die 750km nach San Pedro de Atacama in 2 Tagen zurück. Die Strecke führt über schnurgerade Straßen durch „noch mehr“ Wüste. Es ist kein Strauch zu sehen, dafür zahlreiche Kupferminen und Solarparks. Richtig nervig wird die Sache aber erst durch die starken Seitenwinde. Überhaupt ist das Kurvenerlebnis in Chile bisher nur von einer Tour durch Holland zu übertreffen. Der Norden von Chile lässt sich auch sehr knapp umschreiben: Meer-Wüste-Berge
Ansonsten gefällt es uns in Chile gut, die Infrastruktur ist super und es gibt ausreichend Zeltplätze aber auch genügend Möglichkeiten zum Wild-campen. Ausreichend Wasser und Benzin sollte man jedoch immer dabei haben, da auf einigen 100km schon mal „Nichts“ kommen kann. Fips‘ Arm ist gut verheilt uns die Wunden sind mittlerweile fast verschlossen. Die Motorräder laufen wie geschmiert nur die Transalp hat uns mit einem exorbitantem Ölverbrauch überrascht. Beim freundlichen „Moto Repuesta“ Laden in Calama haben wir und deshalb nochmal mit neuem Öl und einem Satz Rückspiegel für die Transalp (die alten sind vermutlich bei Bodenkontakt, auf Grund von Kurzbeinigkeit, zu Bruch gegangen ;) ) eingedeckt. In den nächsten Tagen werden wir uns auf nach Bolivien machen.

Seelöwe
Seelöwin beim Resourcenschonen

wildwechsel
Wildwechsel!, Guanacos am Straßenrand

llanos de challe
Camping im Reserva Llanos de Challe

pan de azucar
Reserva Pan de Azucar

pan de azur 2
Reserva Pan de Azucar zum zweiten

kurvenspass
Kurvenspaß in Chile

vulkane
Vulkane um San Pedro de Atacama (+Adventurepose)

Santiago

Seit 3 Wochen sind wir nun in Santiago. Unser Aufenthalt, für welchen ursprünglich 10 Tage geplant waren, hat sich unfreiwillig verlängert. Ein super Auftakt also. Fips´ Liebe zu Hunden hat ihr unangenehme Fleischwunden am Unterarm und uns einen verspäteten Start beschert. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit…. Was letztendlich zum Biss führte ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich war der etwas eigensinnige und in die Jahre gekommene Familienhund „Schugo“ einfach mit dem enthusiastischen Empfang und den vielen fremden Besuchern zum Grillnachmittag überfordert. Durch den Biss hat sich Fips zwei tiefe Wunden am Unterarm zugezogen wodurch auch die Muskeln in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nach einer fragwürdigen Erstversorgung in einer staatlichen Klinik folgte jedenfalls eine fette Entzündung und ein mehrtägiger stationärer Aufenthalt in einer weitaus besseren Privatklinik. Mittlerweile scheint der Arm soweit verheilt zu sein, dass eine Kupplung bedenkenlos betätigt werden kann und wir in den nächsten Tagen starten können.
Das gute an der Sache ist, dass wir bei Lucie, Vallo und Claudio (alte freunde der Familie) sehr gut untergebracht sind. Neben der Unterbringung und der sehr, sehr guten Verpflegung haben sie uns auch einige graue Haare und Kopfzerbrechen erspart, indem sie uns bei allen organisatorischen Dingen mit den Motorrädern und der medizinischen Versorgung geholfen haben.
Nach dem Krankenhausaufenthalt und Tonnen von Antibiotika ging es Fips zunehmend besser. Die Zeit haben wir uns mit Ausflügen in und um Santiago vertrieben und wurden dabei oftmals von unseren Gastgebern begleitet. Die Abende wurden mit Anekdoten der spannenden Familiengeschichte und einigen Cervecitas gefüllt. Außerdem wurden wir zu diversen Familienfeiern und Geburtstagen von Bekannten und Freundes Freunden eingeladen. An der Stelle kann ich bestätigen, dass die chilenische Gastfreundschaft das menschliche Fassungsvermögen von Essen und Getränken weit überschreitet.
Ich habe mal wieder einige Zeit mit Schrauben und Basteln verbracht, da ich feststellen musste, dass meine Nacht und Nebel Vergasereinstellung und -synchronisation vor dem Verschiffen nicht so ganz optimal war. Nach einem Blick ins Schrauberhandbuch und einer erneuten Synchronisation mit selbstgebauter Schlauchwaage denke ich, dass die Motorräder nun endgültig reisefertig sind. Außerdem kenne ich mich jetzt gut im Motorradviertel von Santiago aus.
Als nächstes werden wir wohl weiter 2 Wochen in Chile verbringen um alle möglichen sehenswerten Ziele im Norden abklappern um uns anschließend schnellstmöglich nach Bolivien zu begeben.

Santiago
Skyline Santiago

Schrauben
Schraubernachmittag


Majestro


Prinzessin auf der Erbse

Erzfeind
Erzfeind

Lago de yesu
Laguna de Yeso, In der Nähe von Santiago

La familia de Chile
La Familia Chilena

2 Japanerinnen auf Tour

Um Freunde, Verwandte, Bekannte und wen es sonst noch interessiert auch auf dieser Reise auf dem laufenden zu halten, nutzen wir dieses Mal einen Blog. Das ist zwar etwas mehr Selbstdarstellung als uns lieb ist, räumt aber zumindest den Vorwurf „Ihr habt euch ja niiiie gemeldet“ aus dem Weg. Außerdem hat das versenden von Kettenmails während unserer Indienreise zu viel Zeit in Anspruch genommen und am Ende doch nicht alle erreicht.

Nun denn, für die Technik-interessierten eine kurze Vorstellung unserer alten japanischen Ladies. Für unsere Reise haben wir das beste gewählt was die 90er zu bieten hatten ;) Ich werde die Reise auf meiner langjährigen, stets treuen Honda Africa Twin und Fips auf einer kürzlich erworbenen Honda Transalp verbringen. Da unsere Budget begrenzt ist, hat es natürlich nicht für gepflegte Garagenfahrzeuge aus 1. Hand gereicht. Somit hat die Transalp vom Baujahr 1991 eine Kilometerleistung von 56.000km und die Africa Twin vom Baujahr 1996 eine stattliche Kilometerleistung von mittlerweile 138.000 km oder wie der Honda-Fahrer sagen würde: „gerade eingefahren“. Da der Verschiffungstermin doch eher angesetzt wurde als erwartet, gab es am Ende doch noch etwas Stress und einige Nachtschichten in der Werkstatt. Beide Mopeds mussten noch mal komplett entkleidet werden, um einen großen Service zu bekommen. Zusätzlich mussten bei der Transalp noch einige Umbauten für die Reisetauglichkeit vorgenommen werden. Schließlich hat doch alles (mehr oder weniger) geklappt und ich konnte beide Motorräder Anfang September und 20 min vorm letztmöglichen Anlieferungstermin in Hamburg abgeben.

Zusätzlich haben wir uns im Vorfeld noch ein Fahrsicherheitstraining und ein Endurotraining beim Enduro-Action-Team in Meltewitz gegönnt. Und natürlich hat Fips im Frühjahr ihren Motorradführerschein gemacht damit sie dieses mal sogar legal fahren darf und es nicht wieder zu unschönen Begegnungen mit der örtlichen Polizeibehörde kommt ;)



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