Das beste zum Schluss!

Für unsere letzten beiden Wochen haben wir uns einige besondere Schmankerl aufgehoben. Zwei Andenüberquerungen sowie die berüchtigte Ruta 40 im nördlichen Teil Argentiniens stehen uns bevor. Los geht es mit dem Paso Jama der uns von San Pedro de Atacama bis ins argentinische Susques führt. Der Pass erstreckt sich über ca. 200km und wir kratzen dabei wieder an der 4800 Höhenmeter Marke. Behäbig schleppen sich die „alten Ladies“ über den Pass, da es ihnen auch ein wenig an Sauerstoff fehlt. Die Strecke ist nicht besonders kurvenreich, komplett asphaltiert und es ist Sau-kalt, jedoch entschädigt die Landschaft mit den buntgefärbten Berghängen und den weißen Bergspitzen. Die Grenze läuft super flott und wir sind nach 20min durch (übrigens mit den selben Zollformalitäten wie in Peru). Der Ort Susques sagt uns nicht besonders zu, weshalb wir mal wieder eine Nacht wild, in der Wüste zelten. Leider haben wir dabei vergessen, dass wir uns noch auf 3700m befinden. Es wird bitter kalt und am nächsten Morgen sind all unsere Wasservorräte gefroren.

In 3 Fahrtagen fahren wir die 400km entlang der Ruta 40 von Susques nach Gafayate. Die gesamte Strecke ist eine nicht asphaltierte Waschbrettpiste mit losem, sandigen Untergrund und kleineren Flussquerungen, hat aber gleich mehrere Highlights zu bieten. Als ob die, uns ständig begleitende, Bergkulisse nicht schön genug wäre, passieren wir als erstes Highlight den Abra del Acay. Dies ist ein weiterer Pass mit grandioser Streckenführung sowie phänomenalen Ausblicken, der uns auf 4895m führt. Auf dem Weg zum Pass begegnen wir wieder Lamas, Vicunas und co. Als wir vom Pass absteigen kommen wir endlich wieder in Gegenden mit anständigen Temperaturen um die 30°C, deren Landschaften von Riesenkakteen und rotem Fels geprägt sind. Auch in den kleinen Dörfchen herrscht Wild-West-Flair mit den staubigen Straßen, den kleinen Kapellen und den Tankstellen die meist aus nicht mehr als einer Zapfsäule auf einem Dreckplatz bestehen. Auf dieser Rute liegt außerdem die Gegend Quebrada de las Flechas mit ihren skurrilen Sandsteinformationen. In dessen Nähe besuchen wir Martina und Johann, zwei Aussteiger die sich im Nirgendwo etwas Aufbauen und gern Reisende empfangen. Da sie sich dafür nicht den unschönsten Platz herausgesucht haben, versacken wir hier wieder einige Tage. Weibliche Motorradreisende wahren bisher reichlich rar auf unserem Trip, doch zu Fips Freude lernen wir hier noch dazu eine weitere „fahrende“ Hebamme (und Michael, die noch dazu auf den besagten Kuhtreibermopeds unterwegs sind ;) ) kennen.

Entlang der Ruta 40 treffen wir fast jeden Abend andere Reisende, da diese sehr beliebt ist. Am meisten freuen wir uns dabei über die Radfahrer, da diese immer gut gelaunt und kommunikativ sind. Sie haben immer die besten Geschichten zu erzählen und sind sehr umgänglich, was wahrscheinlich an ihrem hohen Grad an Leidensfähigkeit liegt. Während unserer Reise haben wir sie an den unmöglichsten Orten getroffen – im Amazonas, auf dem Altiplano auf über 4000m (@Andreas) und eben auf den Waschbrettpisten der Ruta 40.

Ab Gafayate ist die Ruta 40 wieder geteert. Die Straße wird ab hier leider sehr eintönig und man durchquert Weinanbaugebiete und die endlose Pampa. Aus diesem Grund verlassen wir die 40 und wechseln bei Huanco auf die RN 149 die sich kurvig durch einige Canyons schlängelt und bewegen uns weiter in Richtung Las Flores. Dort soll eines unserer letzten Highlights der Reise starten. Wir wollen über den Paso Agua Negra, einen weiteren Schotterpass auf knapp 5000m, nach Chile einreisen. Leider meint es das Wetter nicht gut mit uns. Wegen starken Schneefalls und Nebel wurde der Pass vor gut einer Woche bis auf weiteres geschlossen. Als Ausweichmöglichkeit bleibt uns der weiter südlich gelegene Paso Cristo Redentor. Wir brauchen weitere zwei Tage entlang der Waschbrettpisten der RN 149 zur Ortschaft Uspallata, die als Ausgangsort für den Pass dient. Wir schlagen ein letztes mal unser Zelt, kurz vor der Passhöhe auf und genießen nochmal die geräuschlose Nacht sowie das helle Leuchten der Milchstraße beim Lagerfeuer. Der Paso Cristo Redentor liegt „nur“ auf 3800m und kann mittlerweile durch einen neugebauten Tunnel umfahren werden. Das kommt für uns natürlich nicht in Frage, denn wir wollen uns die schöne Aussicht vom Pass bei bestem Wetter nicht entgehen lassen. Die Abfahrt in Richtung Chile mit ihren 50 Spitzkehren auf losem, grobem Schotter stellt sich allerdings als recht anspruchsvoll heraus und so müssen wir doch noch eine Übernachtung im Parque Andino Juncal am Fuß des Passes mit Blick auf den Gletscher einschieben. Am 16.04. trudeln wir dann schließlich in Santiago bei Familie Contreras ein. Da wir allerdings noch nicht genug von Bergen, Schotter und Gletschern haben, unternehmen wir mit den Motorrädern nochmal einen Tagesausflug zu den knapp 100km entfernten heißen Quellen Termas del Plomo.

Am 19.04. ist es dann schließlich soweit und wir geben unsere „alten Ladies“ nach knapp 22.000km wieder in Valparaiso ab. Durch die letzten 2 Wochen fällt es uns besonders schwer, da wir eine gute Zeit in Argentinien und Chile mit den vielen Motorrad-Highlights hatten.

Die „alten Ladies“ haben die paar Kilometer in den letzten 6 Monaten erwartungsgemäß gut weggesteckt. Natürlich mussten ein paar Reparaturen unterwegs erledigt werden, welche allerdings mit dem Alter zu entschuldigen sind. Am meisten überrascht hat mich die Transalp, da diese fast nur mit Originalteilen bestückt ist, die immerhin vor 27 Jahren vom Band liefen. Die Africa Twin hat, bis auf das defekte Radlager, nicht ein einziges Problemchen während der gesamten Reise gehabt. Man muss aber anmerken, dass sich jetzt endlich, nach mittlerweile 160.000km, ein dezenter Ölverbrauch eingestellt hat ;)


Paso Jama


Wild-Camping bei Susques


Wir arbeiten auch mit Kiesbett!


Abra del Acay


Abfahrt vom Abra del Acay


Kleine Flussquerung


Ruta 40


Die Radfahrer… ;)


Quebrada de las Flechas


Die kleinen Dörfchen entlang der Ruta 40


Entlang der RN 149


Paso Cristo Redento


Letztes Mal zelten


Thermas del Plomo

Vulkan Lascar

Vulkan Lascar

So ganz nichts machen wir in unserer Zeit in San Pedro dann doch nicht. Die schneebedeckten Vulkanspitzen haben mich schon beim letzten mal gereizt. Also verlasse ich unser kleines Paradies um mich durch den Touranbieter-Dschungel in San Pedro zu kämpfen, um einen Guide für eine Vulkanbesteigung zu suchen. Fips ist erkältet und hält einen Aufenthalt auf über 5000m deshalb für keine gute Idee. Ich ende bei der Agentur Pacha Mama die ich eher als „semi“ beschreiben würde, was anderes habe ich in San Pedro ohnehin nicht erwartet.

Am nächsten Morgen holt mich der Kollege um 05:30 Uhr im Camp ab und wir fahren zum Fuß des Vulkans. Gegen 07:00 Uhr gibt es ein Frühstück an der Laguna Lejia, an der wir schon mal waren. Wir sind bereits auf 4800m, es herrschen -8°C und die Sonne geht langsam auf. Der Guide scherzt und meint, wir sind gerade so hoch wie der höchste Berg Europas – der Mont Blanc. Danach geht es nochmal weiter auf 5000m von wo aus die Wanderung startet. Im Schildkrötengang marschieren wir dem Guide hinterher und allen ist recht schwindelig. Nach ca. 3h haben wir den Vulkankrater auf 5600m erreicht und glotzen in den 4km breiten Vulkankrater, aus dem reichlich Rauch aufsteigt. Aufgrund der Wetterlage, der Windrichtung und des vielen schwefelhaltigen Rauchs können wir leider den Weg zum Gipfel auf knapp 5800m nicht antreten. Die Aussicht ist allerdings phänomenal und man hat einen guten Überblick über eine Salzebene und weitere Vulkane. Insgesamt sind 3 Gruppen an diesem Tag auf dem Weg zum Krater. Ca. 15 Leute stehen somit am Kraterrand von denen jedoch die Hälfte starke Kopfschmerzen hat, erbricht oder einfach nur auf dem Boden liegt. Ich merke, bis auf das Schwindelgefühl, an diesem Tag keine Anzeichen der Höhenkrankheit – habe allerdings schon 3l Wasser und 4 Coca-Tees intus, die bekanntlich helfen sollen. Anschließend geht es zügig zurück zum Auto und gegen 17:00 Uhr bin ich zurück im Camp wo mich dann doch noch die Kopfschmerzen einholen.


Laguna Lejia am Morgen


Ausblicke vom Vulkan


Am Krater (5600m)

Lass Durchschüsseln…..

Durch unsere Bummelei in Kolumbien und Ecuador bleibt uns leider nichts anderes übrig als Peru schnellst möglich hinter uns zu bringen. Eigentlich war geplant noch etwas vom andienen Peru zu sehen aber damit könnte man eine separate Reise füllen. Peru war ohnehin nicht unser Favorit. Das hat, wie auch in Bolivien, vor allem mit dem vielen Müll und der massiven Korruption zu tun. Vor jedem Treffen mit den Behörden geht es mir im Magen um, da diese korrupten Hunde immer auf ein paar Extra-Dineros aus sind. Da wird schnell mal behauptet es gebe eine Straßennutzungsgebühr für Ausländer oder man wäre ohne Licht gefahren (wie alle anderen).

Schon an der Grenze erfüllen sich all unsere Erwartungen. Wir verlassen augenblicklich das üppige grün und befinden uns wieder in der Wüste. Wir erreichen die Grenze bei Zapotillo gegen späten Nachmittag. Wir schauen uns die Sache erst mal an, da wir keine Lust auf eine Nachtfahrt haben. Die Grenze liegt im Nirgendwo und wir sind offensichtlich die einzigen die sie passieren wollen. Also gehen wir es an. Die ecuadorianische Seite und die peruanische Migrationsbehörde sind nach 20min erledigt und dann folgt „nur“ noch der peruanische Zoll. Da wir schon mal im Land waren eigentlich keine große Sache – nach den Namen im System suchen, kurz die Daten abgleichen, Zettel ausdrucken und unterschreiben. Da haben wir unsere Rechnung ohne die hochprofessionellen peruanisch Zollbeamten gemacht. Zuerst denken wir die Jungs sind auf Schmiergeld aus, müssen aber feststellen das diese einfach nur ziemlich schlicht und obendrein äußerst arrogant sind. Es sind genau drei Kollegen vor Ort. Einer kann schreiben und sprechen, ein anderer lesen und den Kopierer bedienen und der dritte kann böse gucken (man weiß es nicht genau, denn er trägt eine Sonnenbrille – im Raum). Unzählige male muss ich ihm Nummernschild, Ausweisnummer etc. vorlesen obwohl er alles vor sich liegen hat. Nach über einer Stunde haben wir es dann auch schon geschafft. Es ist mittlerweile natürlich dunkel (der Kollege trägt immer noch seine Sonnenbrille) und wir dürfen passieren. Peru begrüßt uns in alter Manier mit miserablen Straßen und Verkehrsteilnehmern von denen nur 50% mit Licht unterwegs sind. Nach 1,5h (60km) Nachtfahrt erreichen wir die erste größere Stadt Sullana und beziehen unser Quartier im schäbigen „Hiltons Inn“, das nachts mit einer besonderen Geräuschkulisse aus Straßenlärm und voll aufgedrehten Fernsehern aufwartet.

Die nächsten Tage verbringen wir nur mit fahren, essen und schlafen. Es ist mittlerweile Herbst in Peru und es herrschen angenehme Temperaturen. Morgens und abends ist die Panam in unangenehm feucht, kühlen Küstennebel gehüllt. Nach drei Tagen haben wir ca. 1300km und Lima hinter uns gebracht und legen einen Ruhetag in Paracas ein. Wir besuchen die Islas Ballestas mit ihren Humboldt Pinguinen, Seelöwen und verschiedenen Vogelarten sowie den Nationalpark der Halbinsel Paracas. Am nächsten Tag soll die Höllenfahrt dann weiter gehen. Schon nach dem Start merke ich, dass sich die alte Lady etwas rumpelig fährt. Nach ein paar Kilometern halten wir an einer Tankstelle und ich stelle fest, dass es das hintere Radlager erlebt hat. „Zufällig“ habe ich noch ein passendes im Gepäck. Leider kommen mir beim zerlegen schon die Einzelteile des alten Lagers entgegen, sodass nur noch die äußere Lagerschale in der Nabe bleibt. Mit meinem Hilfswerkzeug bekomme ich das nicht hin. Also muss ich ins 40 km entfernte Ica fahren und zum Sonntag einen Schrauber auftreiben. Im Schrauberviertel hat genau ein Laden offen und der Kollege wartet förmlich auf mich und hat das Problem 10 min später behoben. Danach geht es wieder 40km zurück in die Wüste, wo Fips auf mich wartet.

Bis zur chilenischen Grenze brauchen wir weitere 2 Tage an denen wir von zwei Kanadiern auf einer 700er GS begleitet werden. Diese Reisebegleitung wird quasi an der Grenze von drei Argentiniern abgelöst mit denen wir uns einen Zeltplatz kurz vor Arica teilen. Einer der drei ist mit seiner 250er Honda Tornado seit 1,5 Jahren unterwegs, ist bis Alaska gefahren und nun auf der Heimreise (Details zur Reise zu findenh auf Facebook unter „Tornado sin Rumbo“). Die Grenze selbst war sehr bürokratisch mit kompletter Gepäckkontrolle dafür aber seriös und mit kompetentem Personal.

In Arica stehen wir vor einem weiteren Problem, mein Metzler aus Kolumbien ist nach knapp 6000km schon wieder fertig und wir brauchen Ersatz. Nach ewigen nachfragen und suchen werden wir im 300km entfernten Iquique „fündig“. Höhe und Breite des neuen Reifens stimmen nicht aber immerhin passt der Felgendurchmesser und wir nehmen was wir kriegen können. Fips ihr Heidenauer ist nach 17000km dann auch schon an der Verschleißgrenze und wir können ihr endlich den Ersatzreifen, den ich seit Medellin mit mir rumschleppe drauf ziehen.

Anschließend reißen wir noch die letzten 500km runter und fahren zum dritten mal nach San Pedro de Atacama. Hier hat das „Kilometerfressen“ erstmal ein Ende. Bis hierher waren es ca. 3500km die wir seit Ecuador in den letzten 10 Tagen zurückgelegt haben. Deshalb suchen wir uns ein ruhiges Camping, ca. 10km außerhalb des Ortes und verbringen hier die Osterfeiertage mit nichts tun. Anschließend steht der letzte Abschnitt unserer Reise an, bei dem wir uns den nördlichen Teil Argentiniens vornehmen wollen.


“Der“ peruanische Zoll


Pinguine auf den Islas Ballestas


Unterwegs im Nationalpark Paracas


Das Radlagerproblem


Unterwegs auf der Panam in der Ica-Wüste


Hondatreffen am Zeltplatz in Arica


Verlauf der Panam bei Iquique


Wieder von Vulkanen umgeben (in der Nähe von San Pedro)

Ecuador de Nuevo

Wir sind wieder in Ecuador, immer noch zu viert und nehmen uns das Land nochmal zur Brust. Zuerst kreuzen wir Ecuador nochmal komplett vom Amazonasbecken im Osten bis zur Pazifikküste im Westen. Dabei queren wir nochmals die Anden und kreuzen ganze dreimal den Äquator. Das machen wir natürlich nicht an einem Tag. Wir verbringen eine Nacht an den heißen Quellen „Thermas Jamanco“, die wir als einzige Gäste die ganze Nacht nutzen können und eine weitere Nacht in Quito.

An der Küste, im kleinen Fischerdorf Bellavista suchen wir uns eine Hosteria direkt am Meer. In dem Dörfchen ticken die Uhren etwas anders und der Tourismus ist hier (zum Glück) noch nicht angekommen. Wir sind fast die einzigen Gäste im Ort. Am weißen Sandstrand rangieren zwei alte Traktoren der Kooperative mit den Fischerbooten und der Rest des Dorfes kümmert sich um die Fänge. Mittendrin gibt es genau eine Strandbar, deren Besitzer bei Nachfrage allerdings erst mal Getränke einkaufen gehen muss. Im großen und ganzen der perfekte Ort für uns zum verweilen. Wir legen einen Servicetag für die Motos ein und verbringen den Rest der Zeit an der Strandbar oder im Wasser.

Anschließend fahren wir weiter entlang der Küste gen Süden. Nach einer weiteren Nacht an der Küste wollen wir am nächsten Vormittag einen Stopp bei einer Tierauffangstation in Puerto Lopez einlegen. Die Station ist nur über den Strand erreichbar. Als wir ankommen herrscht schlechte Stimmung und Chaos. Die Pumpe läuft nicht und bei der Reinigung der Becken gibt es einen gewissen Wartungsstau. Überhaupt ist das Gebäude in einem erbärmlichen Zustand, wenn man bedenkt das dies die einzige Auffangstation für Meerestiere in ganz Ecuador ist. Da sich die Station auch nur von privaten Spenden finanziert und nicht besonders gut ausgestattet ist, bleiben wir einfach den ganzen Tag und helfen ein wenig. Die Pumpe bekommen wir nicht zum Laufen, dafür kann aber ein Großteil der Becken gereinigt werden. Derzeit befinden sich jede Menge Meeresschildkröten und ein paar Blaufußtölpel in der Pflege. Die Hauptgründe für den stationären Aufenthalt der Tiere sind vor allem Plastikmüll und die Folgen der Fischerei, da die meisten Fischer die Schildkröten, wenn sie mit ins Netz gehen, bewusstlos schlagen und ins Meer zurückwerfen. Als wir fertig sind wird es langsam dunkel und wir dürfen für die Nacht selbstverständlich am Strand campen. Als wir am nächsten Morgen frühstücken zeigt sich sogar noch eine Delfin-Rotte in der Bucht.

Danach verlassen wir die Küste wieder, queren nochmals die Anden und fahren über Guayaquil nach Cuenca, wo wir uns von unseren amerikanischen Reisebegleitern trennen (Wer deren reise in Bildern verfolgen möchte kann dies hier tun: www.lifeunloadedrtw.com). Für uns geht es danach weiter nach Peru, das wir wohl schleunigst durchqueren müssen, da wir viel zu viel Zeit in Kolumbien und Ecuador verbracht haben. Für uns stand aber Ecuador ebenfalls ganz weit oben auf der Favoritenliste. Das Motorradfahren in beiden Ländern war ein absolutes Highlight. Gab es Teerstraßen, waren diese meist in einem Top-Zustand. Deshalb war das Fahren vergleichbar mit den schönsten Alpenpässen vor einer Kulisse aus „Die Dinos“ oder botanischen Gärten.


Am Äquator


Servicetag


Die Strandbar


Am Strand


Blaufußtölpel


Paul mit Meeresschildkröte


Zeltplatz am Strand


Abschiedsfoto

Trampolin del Muerte

Trampolin del Muerte

…und wir sind immer noch in Kolumbien. Auf der Steel Horse Finca haben wir außerdem Aida und Paul aus Long Island (da kenn ich noch wen ;) ) kennengelernt, die sich mit ihren DR’s auf einer Weltreise befinden. Da in Kolumbien Wahlen bevorstehen und wir ohnehin nicht damit gerechnet haben das hierfür alle Grenzen für mehrere Tage geschlossen werden, beschließen wir uns mit den beiden zu treffen. Als Treffpunkt wählen wir Mocao um anschließend den nahegelegenen Grenzübergang zu nutzen, da an der Grenze in Ipiales wahrscheinlich die Hölle los sein wird. Dafür müssen wir einen Umweg in Kauf nehmen der uns unter anderem über die Ruta 10 bzw. „Trampolin del Muerte“ führt. Im Hinblick auf die Todesstraße in Bolivien, die nur noch eine Touristenartaktion ist, wird „Trampolin del Muerte“ als eigentliche Todesstraße in Südamerika gehandelt. Ganz so gefährlich ist die Strecke dann doch nicht. An einigen Stellen ist die Straße weggebrochen oder von Erdrutschen verschüttet was sicherlich gefährlich für LKW und Busse ist, jedoch nicht für Motorräder. Der Untergrund ist für eine Piste sogar recht gut und die Ausblicke spektakulär. Auch der Verkehr hält sich in Grenzen und die anderen Verkehrsteilnehmer verhalten sich für südamerikanische Verhältnisse recht rücksichtsvoll. Der Einstieg zur Piste führt uns wieder über einen wolkenverhangenen, regnerischen Pass bei 8°C. Dafür endet die Piste im schwülwarmen Amazonasbecken bei 38°C.

Wir sitzen die Grenzschließung, zusammen mit unseren amerikanischen Compañeros, auf einem kleinen Zeltplatz aus und unternehmen ein paar Ausflüge in die Umgebung. Unter anderem landen wir in einer kleinen Auffangstation für befreite Wildtiere mitten im Dschungel. Die beiden Tierfreunde die hier leben und arbeiten freuen sich über unseren Besuch und führen uns
herum. Umringt von neugierigen, anhänglichen Babyaffen und Papageien, die uns alles nachquatschen verbringen wir einen unserer besten Tage auf unserer Reise. Auch ein paar wildlebende Äffchen kommen vorbei um nach dem rechten zu schauen.

Danach kämpfen wir uns gemeinsam, auf schlechten Straßen, bei tropischem Klima zur Grenze durch, die wir pünktlich zur Grenzöffnung erreichen. Auf Grund der Wahlen sind die Hauptstraßen der Dörfchen gesperrt und die starke Militärpräsenz ist nicht zu übersehen. Trotzdem herrscht eher Volksfeststimmung und selbst die Nebenstraßen der Dörfchen sind voll mit Leuten. An der Grenze ist im Gegensatz zum Grenzübergang Ipiales so gut wie nix los und wir sind nach 2h (pünktlich zur Grenzschließung) durch. Der kolumbianische Zoll war überhaupt nicht besetzt aber man versichert uns, dass unsere Ausreisepapiere am Montag bearbeitet werden. Die Wahl selbst war eine kleine Premiere für Kolumbien, da zum ersten mal die Partei der befriedeten FARC gewählt werden konnte. Die erreichte allerdings nicht mal 1%, bekommt wegen des Friedensvertrages jedoch trotzdem 5 Sitze im Parlament.

Insgesamt haben wir in Kolumbien fast 5 Wochen verbracht und hatten eine gute Zeit. Das hat auch einige Gründe. Zum einen ist die Landschaft Kolumbiens überragend, zum anderen sind Land und Leute sehr Vielschichtig. In einigen Bereichen empfanden wir Kolumbien viel moderner und sicherer als beispielsweise Peru oder Bolivien. Außerdem war der Großteil der Kolumbianer überaus freundlich, insofern man die Touristenzentren meidet.


Trampolin del Muerte


Der gute Teil der Trampolin del Muerte


Die hauen sich die Taschen voll!


Perfekter Tag!


Noch mehr gerettete Babyaffen


Zeltplatz bei Mocao


Irgendwas is immer….

Zona de Cafe

Wieder in Medellin beschließen wir schnell und auf direktem Weg zur Grenze zu fahren. Aber erst mal bleiben wir noch einen Tag in Medellin bei unseren netten Gastgebern Cata und Julian. Am nächsten Tag wollen wir nach Salento fahren. Wir kommen mal wieder nicht früh genug los und auch nicht voran, da derzeit extrem viele Bauarbeiten auf der Route statt finden. Außerdem steht kurz nach Medellin der erste LKW quer. Es wäre locker Platz um mit den Mopeds zu passieren. Der Oberwachtmeister vom Dienst lässt mich aber bei erster Nachfrage abblitzen. Wahrscheinlich dauert es Stunden bis der LKW geborgen wird. Mittlerweile sammeln sich so viele Mopedfahrer am Stauanfang das es auch kein zurück mehr gibt. Nach dem wir uns ein paar Freunde bei der Warterei gemacht haben streue ich die Idee nochmal unter den Wartenden. Der Plan fruchtet und als der Beamte bei der nächsten Anfrage wieder verneint wird er von der wartenden Menge solange ausgebuht bis wir schließlich passieren dürfen. Mit uns vorneweg setzt sich der Tross aus Zweirädern in Bewegung. Da wir in 6h gerade mal 200km zurücklegen, schaffen wir es natürlich nicht bis Salento. Dafür enden wir in einer wunderschönen Gegend in der wir sonst nicht gehalten hätten und beziehen ein kleines Hotel. Wir sind sehr froh wieder auf unseren Mopeds zu sitzen und in Gegenden außerhalb der Tourismuszentren stoppen zu können.

Am nächsten Tag fahren wir trotzdem nur die 100km bis Salento bzw. Filandia, in dessen Nähe sich wieder ein kleines Motorradfahrer-Paradies befindet. Etwas außerhalb des kleinen Ortes gelangt man über eine Piste zur „Steel Horse Finca“. Die kleine Finca wird von zwei jungen Engländern geleitet die nach einer 18-monatigen Motorradreise hier gestrandet sind. Diese Idee kommt mir sofort bekannt vor ;) Schon bei der Ankunft in der Finca ist uns klar das wir hier wahrscheinlich nicht nur eine Nacht bleiben werden. Wir bleiben 4 Tage, machen ein paar nette Bekanntschaften und unternehmen ein paar Wanderungen in der Umgebung. Filandia ist ein kleines Nest in der Kaffeeregion und versucht sich im Ökotourismus. Aus diesem Grund versuchen wir es mal wieder mit einer Tour und unternehmen einen Ausflug in einen der umliegenden Nationalparks um die dort lebenden Brüllaffen zu sehen. Wir sind positiv überrascht. Der Guide hält reichlich Informationen parat, hat einiges an Erfahrung und wir bekommen tatsächlich ein paar Affen zu Gesicht. Anders sieht es da im nahegelegenen Salento aus. Wir unternehmen eine Tageswanderung in der Nähe des Ortes um die Wachspalmen zu sehen. Die Wanderung ist zwar schön aber es herrscht mal wieder Jahrmarktstimmung, da die Touistenscharen aus Salento sich ebenfalls auf diese Wanderroute stürzten. Das war eindeutig der letzte Ausflug vom Kaliber „muss man mal gesehen haben“ und wir trennen uns endgültig von Reiseführern, die im Regal der Steel Horse Finca Platz finden.

Wir verlassen schweren Herzens die Finca und setzen unsere Reise Richtung Grenze fort. Wiedereinmal haben wir ein kleines Treffen mit der Polizei. Wir überholen zwei Polizisten auf einer 650er DR in einer Überholverbotszone. Da sich in Südamerika Niemand an die Verkehrsregeln hält haben wir dies bisher auch nicht gemacht und ich bin ein wenig verblüfft das wir raus gezogen werden. Die Beamten halten uns einen kleinen Vortrag und lassen sich die ein oder anderen Papiere zeigen. Eigentlich sind sie aber einfach nur an den Motorrädern interessiert und fragen uns über die Reise aus. Inzwischen treffen mehr interessierte Polizisten ein. Nachdem alle ihre Fragen losgeworden sind und ich ihnen das Wunder der „Offline-Karten“ erklärt habe, dürfen wir schließlich weiter fahren.

In Cali machen wir noch mal einen Stopp. Ricardo, den wir auf der Finca kennengelernt haben und der geführte Motorradtouren durch Kolumbien anbietet (www.epicomotoadv.com), hat uns versprochen ein paar Bremsbelege für die Transalp aufzutreiben und uns zu sich eingeladen. Wir sind von seiner Gastfreundlichkeit überwältigt, können uns aber dieses mal losreißen und bleiben nur eine Nacht.


Es sollte nicht der letzte sein….


Zona de Cafe


@ Steel Horse Finca


Wasserfälle in der Nähe von Filandia


Kolibris


Bei Ricardo

Reif für die Insel!

In Medellin kommen wir bei Julian und Cata unter. Sie sind Freunde von Freunden und helfen uns gern weiter. Wir dürfen in ihrer Wohnung nächtigen und die Mopeds in der Tiefgarage parken. Da die Gelegenheit günstig ist und wir mittlerweile knapp 13.000 km zurückgelegt haben, beschließen wir die Mopeds für die nächsten zwei Wochen bei ihnen stehen zu lassen und buchen uns Flüge zur kolumbianischen Karibikinsel San Andres und anschließend zur Küstenstadt Cartagena.

Vorher gibt es aber noch ein wenig Pflege für die Mopeds. Im Ersatzteilviertel steuern wir die uns empfohlene Motorradwerkstatt „Africa Motos“ (Calle37, #52-92, Antioquia) an. In dem sehr professionellem Laden gibt es alles was das Herz begehrt für sämtliche Großenduros. Die Mitarbeiter führen mir auch gleich die Twins des Ladenbesitzer vor. Unsere alten Ladies brauchen lediglich einen Öl- und Ölfilterwechsel sowie neue Reifen. Theoretisch wären sogar Heidenauer erhältlich gewesen, kosten aber ein vielfaches mehr als bei uns. Unser Schrauber weist mich außerdem darauf hin, dass es mein Kupplungszug nicht mehr lange macht. Er hätte sogar einen Orginalen da, empfiehlt mir aber die ökonomischere, kolumbianische Eigenbauvariante.

San Andres ist sicherlich nicht die perfekte Karibikinsel und auch kein Spitzenreiter in Sachen Tourismus. Die Ortschaften wirken ein wenig rumpelig und das Müllproblem ist nicht zu übersehen. Trotzdem gibt es Palmen, weiße Sandstrände und türkisblaues Wasser. Außerdem macht die gute Laune und Freundlichkeit der meisten Inselbewohner einiges wett. Wir finden eine geeignete Bleibe in einem „historischen Gebäude“ das quasi ins Mehr gebaut wurde. Das hat leider die besten Jahre hinter sich und letztendlich sieht das auch der Besitzer ein und wir können uns auf einen Preis einigen. Die nächsten Tagen verbringen wir mit schnorcheln, in der Sonne liegen und Cocktails schlürfen. Highlight in San Andres ist unser Tauchgang, was zumindest für mich eine absolute Premiere ist. Leider werde ich nach 45min Seekrank und wir müssen abbrechen. Nach 6 Tagen reicht es uns dann auch wieder, die Selfie-verrückten Touristenströme und der starke Wind der letzten 2 Tage tragen dazu bei.

Mit dem Flieger geht es zurück aufs Festland nach Cartagena, das uns mit seiner schönen Altstadt überrascht. Auf der Suche nach dem perfekten Karibikstrand treibt es uns aber weiter in den Gringo-Ort Palomino. Auch hier trifft man Traveller in Scharen an. Schlendert man allerdings ein bisschen am Strand entlang findet man sie aber, die einsamen Sandstrände. Leider ist die Strömung um diese Jahreszeit sehr stark und baden ist nur bedingt möglich. Auch das Hinterland dieser Gegend hat mit seinen Bergen, Regenwäldern und Flüssen viel zu bieten. Wären wir mit den Mopeds hier gewesen, hätten wir sicherlich auch einen ruhigeren Ort als Palomino gefunden aber man kann eben nicht alles haben.

Zurück in Cartagena müssen wir uns von Resi verabschieden. 4 schöne Wochen gemeinsamer Reisezeit sind um und wir müssen zusehen das wir wieder zu zweit klar kommen. Mittlerweile haben wir uns auch endlich entschieden wie es weitergehen soll. So wie es aussieht, werden wir mit den Mopeds wie geplant zurück nach Chile fahren. Ein anderes Schiff hätte sich einfach nicht gelohnt und die zwei Wochen als Rucksackreisende haben uns gezeigt wie viele Vorteile das Reisen mit eigenem Gefährt hat. Leider haben wir für die 6.000 bis 8.000 km Rückweg nur noch 6 Wochen Zeit, weshalb wir Peru wohl wieder links liegen lassen werden.


Inseln um San Andres


Klippenspaß auf der „Rückseite“ der Insel


Die Bleibe


„Crocos“ im Hinterland


Letzte Instruktionen


Schiffswrack vor San Andres


„San Andres Beach-Crew“

Colombia

Seit Quito sind wir zu dritt. Resi besucht uns für ein paar Wochen und fährt auf der Twin mit. Ihr Gepäck kommt mit auf die Transalp. Sie versorgt uns auch mit einigen Ersatzteilen und so kann ich endlich meine Bremsbeläge wechseln die mittlerweile Untermaß haben. Auch für die Transalp ist etwas dabei. Dank eines neuen Luftfilters, der dieses mal ein paar Mark mehr gekostet hat, sind die Höhenprobleme der Transalp endlich Geschichte. Für Fips ist das wie ein verspätetes Weihnachtsgeschenk.

Wir verbringen noch ein paar Tage in Quito und anschließend noch zwei Tage in der Nähe von Otavalo. Für die Grenze brauchen wir dieses mal etwas mehr Zeit. Im „Oficina de Migracion“ ist reichlich was los und im Zoll nehmen sie es ganz genau. Sogar eine Blaupause unserer Rahmennummer wird angefertigt. Ich bin aufs Neue von unseren „internationalen“ Fahrzeugpapieren begeistert, die uns ein weiteres mal in Erklärungsnot bringen. Nicht nur das die Angaben des Deckblattes auf deutsch geschrieben stehen, dieser Schmierzettel besitzt nicht mal eine Dokumentennummer. Ich behaupte einfach die Bestellnummer dieses Malbuchs wäre die Dokumentennummer. Leider fällt ihm auf das beide die selbe haben, der Zollbeamte verliert allerdings langsam die Lust und nimmt es so hin. 4 Stunden später können wir endlich, im dunkeln, nach Kolumbien einreisen.

Anschließend geht es weiter entlang der Panam Richtung Medellin, die in Kolumbien mit beeindruckenden Landschaften und reichlich Kurven auftrumpft. Auf dem Weg nach Cali treffen wir außerdem Ariel aus Argentinien wieder. Wir fahren einige Tage zusammen weiter, was bedeutet, dass wir einige Dinge auf „seine Weise“ machen. Dazu muss man wissen das Ariel weder eine Karte oder noch ein Navi hat und sich auch nicht besonders mit seinem Telefon auskennt. Er fragt einfach jeden, verhandelt und besticht wenn es sein muss. Deshalb braucht er an Grenzen auch nur 10min und das ohne Nummernschild und Versicherung. Für uns hat das auch einige Vorteile vor allem wenn es um Übernachtungspreise geht und führt zu interessanten Situationen. Auch sein Gepäck ist etwas dürftig. Immerhin hat er seit unserem letzten Treffen einen Ostfriesennerz für Regenfahrten erstanden.

Nach zwei Tagen in Cali fahren wir weiter nach Buenaventura an der Pazifikküste und wollen einige der angepriesenen Traumstrände besuchen. Bisher haben wir nur durchgängig gute Erfahrungen mit den Leuten in Kolumbien gemacht. Auch scheint uns Kolumbien um einiges sicherer als Peru oder Bolivien. In Buenaventura ändert sich dies ein wenig. In dieser besonders hässlichen Stadt werden wir auf nervigste Weise von Hotelbesitzern, Souvenirhändlern und Touranbietern belagert, die außerdem der Meinung sind, wir könnten kein Wort Spanisch und würden abschätzige „Gringo-Bemerkungen“ nicht verstehen. Also verziehen wir uns schnell wieder und fahren in die kleine Dschungelgemeinde San Cipriano. Dort gelangen wir allerdings nicht ausschließlich mit unseren Motorrädern hin. Im Dorf Cordoba müssen wir auf eine „Brujita“ umsteigen. Dies sind kleine, Moped-betriebene Holzkarren die über einen alten Gleis zwischen den beiden Ortschaften frequentieren. Die Mopeds lassen wir in Cordoba bei einem Dorfbewohner zurück den Ariel „gefragt“ hat. Ich bin der Meinung die Mopeds sind danach weg, Ariel meint es wäre der sicherste Platz in ganz Kolumbien. Die Fahrt durch den Dschungel ist ein Highlight allerdings muss jedes mal bei Gegenverkehr der weniger beladene Karren vom Gleis. In San Cipriano unternehmen wir eine Wanderung zu den örtlichen Wasserfällen und baden im glasklaren Fluss. Leider haben wir etwas Pech mit dem Wetter und da Wochenende ist fallen außerdem viele einheimische Touristen in den kleinen Ort ein. Wir machen mit den Leuten im Ort sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen und man kann auch nicht gerade sagen, dass der Tourismus in San Cipriano auf Nachhaltigkeit aufbaut. Deshalb verlassen wir den Ort nach zwei Nächten wieder. Außerdem erfahren wir, dass es während unseres Aufenthalts einen Anschlag der örtlichen Guerilla auf einige LKWs zum errichten einer Straßenblockade in der Nähe von Buenaventura gab. Das bestätigt unseren unguten Gesamteindruck der Gegend, die wir begleitet von massiver Polizei und Militärpräsenz verlassen. Das Regenwaldgebiet, das an die Nationalparks Uramba Bahia Malaga und Farallones de Cali anschließt war den Ausflug trotzdem Wert.

Wir setzen unsere Reise nach Medellin fort und verbringen nochmal eine Nacht auf einer Kaffeeplantage bei Manizales, wo sich unsere Wege mit Ariel wieder trennen.


Ausblicke von der Panam


Rumba in Cali


Wiedersehen mit Ariel


“Brujita-Bahnhof“ Cordoba


“Brujita“


Regenwaldwanderung


Unterwegs auf der Panam


Unterwegs auf der Panam II

Bienvenidos a Ecuador!

….aber vorher müssen wir uns noch durch Peru kämpfen. Wir schaffen es natürlich nicht in 2 Tagen. Die letzten 1000km auf der Panam im Norden Perus kosten Kraft und Nerven. Zwar ist die Straße in einem überwiegend gutem Zustand, führt aber andauernd quer durch verschiedenen Städte. In denen geht es meist nur im Schritttempo voran und das bei fast 40°C. Außerhalb der Städte zeigt sich die Panam in ihrer unendlichen Eintönigkeit, da die Straßenführung meist geradlinig und die Umgebung eher karg ist. Deshalb legen wir einen Ruhetag auf einer Ranch ein, wo wir uns im Reiten probieren. Bei meiner reichen Erfahrung im Umgang mit Pferden bin ich froh das mein Pferd etwas lahmt. Es hört absolut nicht auf mich, kennt aber den Weg. Zwei weitere Ruhetage legen wir kurz vor der Grenze ein und machen ein bisschen Strandurlaub. Seit Piura haben wir endlich den Humboldtstrom hinter uns gelassen. Das bedeutet, dass Meer hat angenehme Temperaturen und aus der Wüste wurden Palmenwälder.

Die Grenzformalitäten verlaufen völlig entspannt. Der Zollbeamte kennt mal wieder sein eigenes System nicht und ich muss ihm ein wenig helfen. Das erste was uns in Ecuador auffällt: kein Müll! In Peru und Bolivien war das anders. Viele Peruaner hatten keinerlei Umweltverständnis und es gab so gut wie keine Infrastruktur zur Entsorgung. Das scheint in Ecuador anders zu laufen. Außerdem war Landnahme ein großes Problem in Peru. Jeder der ein Stück Land lang genug besetzt, kann dieses nach 5 Jahren sein eigen nennen. Aus diesem Grund ist vor allem die Küste Perus mit provisorischen Blechhütten und Zäunen überseht.

In Ecuador wollen wir uns endlich mal wieder abseits ausgetretener Pfade bewegen. Nach wenigen Kilometern auf der Panam biegen wir auf eine Piste Richtung Cuenca ab. Die Piste geht von 0 auf 4000m und später wieder auf 2500m. Der Einstieg ist sehr tropisch und nach wenigen Kilometern landeinwärts setzt der Regen wieder ein. Außerdem wird es langsam dunkel. Auf ca. 1000m passieren wir heiße Quellen. Ein paar Bauern sind vor Ort und nutzen die Quellen als Waschgelegenheit. Wir setzen uns dazu und ich frage nach ob es denn möglich wäre hier eine Nacht zu campen. Nach dem der älteste mit einem enthusiastischem „claro“ antwortet ist die Sache beschlossen. Am nächsten Tag ist Sonntag und die ersten Badegeste trudeln gegen 8Uhr morgens ein. Für uns nicht so schlimm, denn wir sitzen bereits seit um 7Uhr im heißen Wasser. Nach und nach treffen ganze Familiengruppen ein. Nach dem wir unseren Krempel fast gepackt haben, traut sich endlich eine Frau uns anzusprechen. Danach folgt reges Interesse und die allgemeine Fragerunde. Anschließend sitzt jedes Familienmitglied noch auf den Motorräder probe und wir müssen für ein paar Fotos herhalten. Eine Stunde später fahren wir los. Die Gegend ist immer noch tropisch und die Straße hat sich durch den Regen in eine Matschpiste verwandelt. Nach dem wir uns durch die Wolkendecke gekämpft haben ändert sich alles, es ist strahlend blauer Himmel und die Landschaft erinnert ein wenig an die julischen Alpen.

Danach fahren wir weiter in den Touristenort Banos. Wir kommen früh an weshalb wir uns dafür entscheiden noch zwei Attraktionen des Ortes zu besuchen. Zum einen gehen wir zum „Casa de Arambol“ (einem Aussichtspunkt mit einer Riesenschaukel am Abgrund), zum anderen besuchen wir eines der örtlichen Thermalbäder. Da beide Stationen und unser Zeltplatz in Zentrumsnähe überfüllt sind, verlassen wir Banos am nächsten Tag bevor die Stimmung kippt. Ca. 20km außerhalb von Banos finden wir eine schönes Camping und stellen unser Zelt zwischen Bananen- und Bambusbäumen auf. Nachmittags besuchen wir noch einen der nahegelegenen Wasserfälle und am Abend grillt der Besitzer für alle Gäste. Am nächsten Tag geht es für mich nochmal in Richtung Banos. Ich will zur Schutzhütte am Vulkan „Tungurahua“ von wo aus man einen schönen Blick auf den Rest des Vulkans haben soll. Fips hat für den Tag andere Pläne und bleibt im Camping. Mit dem Motorrad geht es über eine recht steile Geröllpiste zum Parkeingang. Nach dem ich meine 2$ Eintritt gezahlt habe und mit dem Parkranger alle Details zu meinem Motorrad erörtert habe, kann ich dieses schließlich neben seinem Büro parken. Von dort aus geht es zu Fuß weitere 1000m nach oben auf 3800m. Nach 3h hab ich es geschafft-wobei die Kanne Wodka Sour und die anschließenden Pilsener mit dem Zeltplatzbesitzer und einigen Gästen am Vorabend dabei nicht gerade hilfreich waren. Der Aufstieg hat sich nicht so richtig gelohnt, da der Gipfel Wolkenverhangen ist. Der Weg war trotzdem schön und ich hab ganze 4 Leute getroffen. Zurück auf dem Zeltplatz gibt es mal wieder ein Erdbeben. Ich bemerke es nicht, alle anderen schon. Am nächsten Tag geht es für uns weiter nach Quito. Wir wählen den etwas längeren Weg, steigen ab zum Amazonasbecken um uns anschließend wieder auf einen fast 4000m hohen Pass hochzuschrauben. Die Strecke ist mal wieder an Schönheit und Kurvenspaß kaum zu übertreffen. Besonderes Highlight sind die vielen Wasserfälle die rechts und links der Straße aus der Felswand schießen.


Zeltplatz in Nordperu


Heiße Quellen in Ecuador


Piste nach Cuenca


Wasserfall in Ecuador


Camping bei Banos

Desierto de Ica

Mittlerweile stehen reichliche 6000km auf meinem Tripmaster. Eigentlich wollten wir von Arequipa weiter nach Cusco, um uns den populären Incastätten zu widmen. Das zu erwartende Wetter schreckt uns allerdings ab und eine Senora erzählt uns beim Frühstück wie heiß es doch in Nasca sei. Wir entscheiden uns spontan um und machen uns direkt auf den Weg Richtung Meer. Die Panamericana von Mollendo bis Puerto Lomas ist traumhaft. Die Straße ist kurvig und gut asphaltiert. Die Landschaft wechselt zwischen Strand und Steilküste, Sand- und Steinwüste. Wir bummeln lang hin mit Badestops und ausgedehnten Mittagspausen. Deshalb müssen wir zwei Nächte wild campen. In der ersten Nacht finden wir einen herrlichen Platz. Weit entfernt von der Straße, nur Wüste und Meer. In der zweiten Nacht haben wir weniger Glück. Es wird langsam dunkel und wir finden einfach nichts. Wir entscheiden uns für einen Platz, der an sich ganz schön ist, für unseren Geschmack aber etwas zu nah am Meer. Wir beobachten noch eine Weile die ohnehin großen Wellen, befinden den Platz für sicher und gehen ins Zelt. Um 4:18 Uhr werden wir wach. Es fühlt sich an als würden wir auf einer Rüttelplatte sitzen. Erdbeben. Da sich hinter uns die Küstencordillera erstreckt versuche ich aus dem Zelt zu stürzten und mich hinter den Mopeds gegen Steinschlag zu verstecken. Eh ich draußen bin ist alles vorbei. Anschließend gehe ich ins Zelt und will weiter schlafen. Fips ist da anderer Meinung, hat Angst vor Tsunamiwellen und will los. Ich finde diese Ansicht übertrieben („das passiert hier doch ständig“) aber gebe nach. Wir packen ein und hauen ab. Beim einpacken erinnere ich mich an die Tsunamiwarnschilder, Evakuationszonen und Belehrungen der Parkranger in Chile. Die Panamericana ist zu weiten Teilen durch Geröll und Erdrutsche verschüttet. Nach ca. 100km halten wir in einer Ortschaft und frühstücken. In der „Jugeria“ frage ich bei der Senora, deren Laden ebenfalls gelitten hat nach. Das Beben hatte die Stärke 7.3 und sei in der Form seit 2001 nicht mehr vorgekommen. Damals hätte es auch eine Tsunamiwelle nach sich gezogen. Alle Anwesenden klinken sich in das Gespräch ein und bejahen. In den Nachrichten lese ich später, dass wir nur ca. 100km vom Epizentrum entfernt waren. 2 Menschen starben, weit über 50 wurden verletzt und hunderte obdachlos.

Anschließend verbringen wir eine Nacht im Ort Nasca in de Ica-Wüste. Seit Lomas hat die Straße wieder einen eher geradlinigen Verlauf mit reichlich Seitenwind. Am nächsten Tag machen wir uns auf zur Oase Huacachina bei Ica. Auf dem Weg dahin passieren wir die „Nascalinien“. Dies ist eine Ansammlung von riesigen Bildnissen, die während der Nasca-Zeit auf den Boden der Wüstenebene gezeichnet wurden und sich über eine Fläche von 500km² erstrecken. Auf insgesamt 4 Aussichtspunkten entlang der Panamericana bekommen wir einen Bruchteil der Bildnisse zu sehen. In Huacachina wollen wir ein paar Tage verbringen. Wir sind in den letzten Wochen zu viele Kilometer gefahren und brauchen ein paar Tage Pause. Da die meisten peruanischen Ortschaften nicht zum verweilen einladen, greifen wir auf diesen „Gringospielplatz“ (Zitat: Lonely Planet) zurück. Schon am Eingang der kleinen Oase wird es mir zu viel. Zig Strandbuggys warten bereits am Ortseingang darauf Touristen über die Dünen zu karren. Zum Glück haben wir eine Empfehlung eines ruhigen, am Rande der Dünen gelegenen Zeltplatzes (Sol y Dunas Camping Ica) in petto. Auf dem, nicht einfach zu findenden Camping begrüßt uns der sehr herzliche und umgängliche Inhaber Lucion mit seinen 4 Hunden und einer Flasche Pisco. Wir verbringen ein paar Tage zusammen mit zwei weiteren Gästen aus Belgien und machen nicht sehr viel.

Auf dem Weg nach Ica meldet sich ein Problem von der Liste „das wollte ich eigentlich noch erledigen“ bei der Transalp. Ein Gabelholm ist schon seit längerem undicht. In Arequipa habe ich mich bereits um Öl und neue Simmeringe gekümmert. Auf dem Zeltplatz nehme ich die Arbeit in Angriff. Leider bringen die leichten Windbrisen ständig feinen Wüstensand mit sich, so dass ich die Arbeiten an den Gabelholmen auf der Toilette des Zeltplatzes durchführen muss. Außerdem müssen die Sturzbügel mal wieder in Form gebracht werden, da diese an der Transalp mittlerweile stark deformiert sind.

Anschließend geht es für uns weiter auf der Panamericana in Richtung Norden. Wir haben beschlossen uns den Norden Perus für den Rückweg zu sparen und wollen schnellstmöglich nach Ecuador. Auf dem Weg entlang der Küste müssen wir nur aufpassen nicht in einen Papstbesuch zu geraten. Lima lassen wir links liegen, die zweistündige Durchquerung reicht uns bereits. Den Ort Trujillo erreichen wir einen Tag nach dem Besuch des Papstes. Aus diesem Grund finden wir, den wohl saubersten Plaza in ganz Peru vor, der extra für Papa Francisco aufpoliert wurde. In weiteren 1-2 Tagen werden wir wohl Ecuador erreichen.


Auf Zeltplatzsuche


Es gibt schlechtere Plätze zum übernachten…


Ica-Wüste und Pazifik am Morgen


Nasca-Linien


Das hätte man vorher erledigen können…


Urlaub bei Lucio

Colca und Dakar

Wir wollen endlich nach Peru, doch vorher müssen wir noch unseren Ausflug nach Trinidad ausbügeln. Die knapp 2000km zur bolivianisch-peruanischen Grenze bei Copacabana erledigen wir in 4 Tagen. Ab Cochabamba befanden wir uns wieder auf der „Lonely-Planet-Rute“. Das merken wir vor allem daran, dass es an den Tankstellen wieder „Gringopreise“ gibt, was in der Gegend um Santa Cruz nicht der Fall war. Auch die Preise der Unterkünfte steigen wieder. Haben wir in Montero noch 50BOL für ein Zimmer gezahlt, sind es jetzt 250Bol. Ab Cochabamba geht es auch wieder hoch aufs Altiplano. Das bedeutet die Luft wird wieder dünner und es regnet jeden Tag. Ab 4000m schlägt der Regen gern mal in Hagel um. Danach geht es nach La Paz. Warum man diese triste Betonwüste mal gesehen haben muss weiß ich auch nicht. Wir kämpfen uns im Schritttempo im Stadtverkehr, durch die Dieselwolken der Kleinbusse. Nach 2h haben wir dann auch schon den Stadtkern erreicht und ein bezahlbares Hostal gefunden. Nur der Blick von oben, in den Kessel von La Paz ist zugegebenermaßen beeindruckend. Zu allem Überfluss sind die Tankstellen „Extranjeros“ gegenüber besonders feindlich eingestellt. Wir brauchen 8 Anläufe bis man uns endlich, auf den letzten Tropfen, Benzin verkauft. Trauriger Höhepunkt unserer letzten Tage in Bolivien ist der Touristenort Copacabana. Dessen zugemüllte Straßen haben einen netten Eigengeruch, da die Abwässer der Hotels (auch des unseren) direkt, am Stadtstrand mit den Fischresaurants, in den Titicaca-See münden. Der beeindruckende, tiefblaue See gleicht an den Ufern einer Jauchengrube und ist an manchen Stellen von einer dicken Müllschicht überzogen. Auf peruanischer Seite sieht es ähnlich aus. Die Grenzformalitäten sind entspannt. Wir erledigen sie gemeinsam mit Motorradfahrer Ariel aus Argentinien, mit dem wir uns noch ein Zimmer in Puno teilen.

Danach geht es für uns weiter zum Colca-Tal. Das Wetter bleibt mies und die Pässe auf knapp 5000m werden sehr ungemütlich. Wir brauchen weitere 2 Tage aber das Altiplano zeigt sich von seiner besten Seite mit traumhaften Landschaften und besten Motorradstrecken. In Chivay kaufen wir ein und begeben uns anschließend auf den Weg entlang des Colca-Tals. Durch das schlechte Wetter sind die Tourist-Controll-Posten nicht besetzt und der Eintritt von 70 Sol entfällt für uns. Wir begegnen niemandem mehr und können deshalb unser Zelt in der Nähe eines bekannten Aussichtspunktes, am Rande des Canyons aufstellen. Die Wolken hängen im Tal und es regnet den ganzen Abend und die ganze Nacht. Also, Zelt im Regen aufstellen, noch ein Süppchen kochen und ab ins Bett. Am nächsten morgen kommt pünktlich zum Frühstück die Sonne raus. Wir sitzen am Rand des fast 1000m tiefen Canyons und wie bestellt, passiert eine ganze Rotte von Kondoren unseren Platz um nach dem Rechten zu schauen. Danach geht es weiter über luftige Pässe mit mehr Kurven als Geraden. Ab Huambo verlässt uns der Asphalt wieder. Wir fahren weiter übers Altiplano und steigen anschließend in die Wüste ab, wo wir eine weitere Nacht verbringen.

Hier herrschen endlich wieder anständige Temperaturen und wir steigen weiter ab zur Küste, wo es drückend heiß wird. Die Wüste mündet ins Meer. Es sind weit über 30°C und wir legen einen Badestop ein. Danach fahren wir nach Camana. Hier soll ein geplanter Tankstop der Dakar sein. Wir haben eingentlich nicht viel Ahnung von der Streckenführung, fragen uns durch uns finden die besagte Tankstelle. Nach 1h treffen die ersten Motorräder ein. Anschließend fahren wir weiter in Richtung Arequipa, ohne zu wissen, dass wir die nächsten 200km mit den Dakar-Teilnehmer*Innen teilen werden. Entlang der kurvigen Küstenstraßen hängen wir gemeinsam mit den Motos hinter LKW’s oder treffen Quad’s und Autos beim tanken. Als wir in Arequipa ankommen ist es bereits dunkel. Unsere Hostalsuche führt uns weiterhin entlang der Strecke. Im Stadtverkehr geht es nur schleppend voran und wir treffen immer wieder auf Dakar-Teilnehmer*Innen mit dem gleichen Problem. Kurz vor der Zieleinfahrt wird es ganz verrückt. Die Peruaner springen auf alles an, dass nach Dakar aussieht und so müssen auch wir im Stop-and-Go Verkehr für Selfies herhalten. Meine Erklärungsversuche, dass wir nur Touristen seien, ziehen nicht. Im Getümmel tuschiere ich einen Taxifahrer. Es ist rein gar nichts passiert, trotzdem lege ich mir schon meine Spanischvokabeln zurecht um mich raus zureden. Als er schließlich aussteigt, wird er von einer johlenden Menge zurück ins Taxi gebuht. Es wird immer verrückter. Als schließlich ein Junge mit Zettel und Stift auf uns zukommt, wird es mir zu viel und wir biegen ab in eine Seitenstraße.

Wir finden eine nette Hospedaje im Zentrum, mit einer sehr netten Betreiberin und einem sicheren Stellplatz im Innenhof, der wiedermal durch eine sehr schmale Eingangstür zu erreichen ist. Am nächsten Morgen steh ich um 3 Uhr auf um mir den Start anzusehen. Die Senora steht ebenfalls extra auf um mir die Tür zu öffnen. Fips sind 3h Schlaf zu wenig und sie verzichtet. Anschließend legen wir einen Waschtag in Arequipa ein und treffen uns Abends mit Radfahrer Andreas aus Dräsdn, den wir zuvor auf dem Altiplano getroffen haben, auf ein Bier.


Wackelige Fährüberfahrt auf dem Titicaca-See


Agrarflächen im Colca-Tal


Frühstück am Rand des Colca Canyon


Pisten auf dem Altiplano


Wüstenzeltplatz


Hondafahrer unter sich

Amazonasbecken

Nach Samaipata machen wir uns auf nach Trinidad. Wir haben den Plan, von dort ein Schiff in den Norden Boliviens oder nach Brasilien zu nehmen. Alternativ könnten wir einige der Erdpisten durch den Regenwald nehmen. Wir brauchen 3 Tage bis Trinidad. Ab Santa Cruz werden es über 30°C und unangenehm schwül. Außerdem ist die Hauptverkehrsstraße wegen starker Regenfälle blockiert und wir müssen mal wieder auf Pisten ausweichen. Die Umgehungen beschränken sich zwar auf ca. 50km, durch den starken Verkehr entwickeln sie sich aber zur Staubhölle und man sieht oft nicht wo man hin fährt und wer einem entgegenkommt. Auf dem Weg nach Trinidad wird es immer tropischer und wir sehen Wasserschweine und Gürteltiere am Straßenrand. In Trinidad begeben wir uns auf die Suche nach einem Schiff. Wir klappern 3 Häfen ab und finden tatsächlich ein Schiff das Kraftstoff nach Guajaramirim bringt. 4 Tage soll die Fahrt dauern, es geht allerdings erst Sonntag los. Da wir bis dahin noch Zeit haben entscheiden wir uns eine Touristentour zu machen. Da sich so gut wie keine Traveller nach Trinidad verirren, hoffen wir dem Touristen-Nap nicht ausgesetzt zu sein. Wir gehen in die einzige Agentur (Moxos-Tours), wo man uns natürlich sofort eine 2 Tagestour mit dem Boot zusammenstellt. Natürlich werden wir (wie immer bei solchen Agenturen) übers Ohr gehauen. Der „Broker“ zieht uns viel zu viel Geld aus der Tasche aber das wird uns erst im Nachhinein klar. Es geht auf einem einfachen Holzkahn in Richtung Rio Marmores. Als Tourguide wird fix eine Familie aus dem Ort engagiert (von wegen Englischsprachig). Der Mann kann Boot fahren, die Frau kochen und die Tochter nicht allein zu hause bleiben. Es wird also kurzerhand ein Familienausflug und wir Besuchen alle möglichen Verwandten die am Flussufer wohnen. Wir haben zwar alle viel Spaß zusammen und ich kann mein Spanisch ein wenig aufpeppen aber das blöde Gefühl bleibt, dass nicht einmal die Hälfte des Geldes beim Bootsmann ankommen wird. Die versprochene „Cabana“ zur Übernachtung ist ebenfalls nichts für schwache Nerven. Eine provisorische Bretterbude mit reichlich Eigenleben und modrigen Matratzen. In dieser Nacht habe ich jedenfalls hart mit meiner Spinnenphobie zu kämpfen. Die Zeit auf dem Wasser ist trotzdem sehr schön. Auf der Tierbeobachtungsliste stehen Affen, Papageien, Schildkröten, unzählige Flussdelphine und ein Faultier. Außerdem ist Pedro immer in Quassellaune und bemüht sich um ein akzentfreies Spanisch.

Nach der Tour fahr ich wieder zum Hafen, wo sich der Kapitän von Domingo (Sonntag) auf Lunes (Montag) korrigiert. Am Montag korrigiert er sich ein weiteres mal auf Martes (Dienstag). In der Zwischenzeit verbringen wir Silvester in Trinidad. Da man bei der bolivianischen Variante von Silvester – einer Mischung aus Knallerei, Weihnachts- und Jahrmarkt im Sonntagszwirn – ohnehin nicht schlafen kann, besorge ich zwei Karten für eine Abendveranstaltung. Wir verbringen den Silvesterabend im „Club Social 18 de Noviembre“ (quasi im Kulturhaus). Es geht um 10 los und endet um 6 Uhr, wird uns gesagt. Wir kommen um halb 11 und sind fast die ersten. Es wird eine Nacht mit feinsten bolivianischen Schlagern und die Outfits der Gäste stellen mich, in meinen abgeschnittenen Shorts etwas in den Schatten.

Am nächsten Tag beschließen wir schweren Herzens die Reise in den Norden nicht anzutreten. Uns läuft die Zeit davon. Außerdem sind wir etwas besorgt. Der aufwendig betriebene Mückenschutz zeigt so gut wie keine Wirkung und weitere 7-10 Tage in einem Malaria, Zika-Virus und Dengue-Fieber Gebiet lässt auf nicht viel gutes hoffen. Die Alternativrouten fallen auch aus, da es jeden Tag regnet und uns ein Paar mit leichten Sportenduros, dass wir getroffen haben, dringlichst davon abgeraten hat. Also werden wir einen großen Umweg zurück nach Santa Cruz in kauf nehmen, um dann doch über La Paz und Titicaca-See Peru zu erreichen.


Staubhölle


Regen im Regenwald

familie
Unsere Reisebegleitung (die Schubkarre ist für den Onkel)

schlange
Grüne Schlange

fipsundkumpel
Fips und Kumpels beim Mittagsstop

baden
Baden ist angeblich bedenkenlos möglich

Altiplano und Ruta del Che

Von Uyuni fahren wir weiter nach Potosi und Sucre. Beide Städte liegen auf dem Altiplano und sind über gut asphaltierte, kurvenreiche Straßen zu erreichen. Beide Innenstädte sind vom Kaliber „Lonely Planet:…musst du gesehen haben!“. Also wie immer ein paar schicke Kolonialbauten, Pizza & Pasta, ausländische Hostelbetreiber, Agenturen…… Wir bleiben jeweils einen Tag, besuchen ein paar Museen und essen uns durch die Stände der Markthallen und Plazas. Acht Essensstände am Abend sind dabei kein Problem. Die Portionen kosten meist nur Cent-Beträge. Sucre ist sehr metropolitisch und die Stadt der Bolivianischen Unabhängigkeit. Potosi ist vor allem durch den „Cerro Rico“ (Reicher Berg) der noch heute das Wappen der bolivianischen Flagge ziert bekannt. Einst versorgte der Berg das spanische Reich mit Silber. Silber gibt es schon lange nicht mehr aber noch immer schuften tausende „Mineros“, darunter viele Kinder unter miserabelsten Bedingungen in den Minen und fördern mit Hammer und Meißel Minerale. Die Mineros werden dabei meist nicht älter als 40 Jahre. Die Spitze des Elends bilden die Agenturen, die Ausflüge für Touristen in die Minen anbieten, bei denen man die Arbeiter in ihren maroden Minen besucht.

Da wir nicht mit der nächsten Touristenstadt fortfahren wollen, planen wir die „Ruta del Che“ zu fahren. Wir sind uns nicht ganz sicher, da 200km Schotterpisten zu fahren sind und das Wetter mitspielen muss. Wir entscheiden uns zu fahren und rechnen damit drei Tage lang wild zu campen und uns selbst zu versorgen. Nach ca. 120km in südliche Richtung biegen wir auf die „Ruta 38“ ab. Hier endet die Asphaltstraße. Die „Ruta 38“ führt durch das ehemalige Gebiet der Guerilla entlang einiger Wirkungsstätten von Che Guevara. Nach ca. 30km Schotterpiste kommen wir in das Dorf „Villa Serrano“ und sind reichlich überrascht. Ein herrlicher kleiner Urlaubsort für bolivianische Touristen mit ein paar Hotels und einem kleinen Plaza. Es ist zwar noch nicht spät aber wir entscheiden uns trotzdem zu bleiben und nehmen uns ein Hotel. Am nächsten Tag geht es weiter. Am morgen regnet es etwas (der erste Regen seit dem wir in Südamerika sind) und die Piste bekommt einige Matschpassagen. Die Steigungen der Serpentinen sind meist heftig und auf der schmalen Schotterpiste ist immer mit etwas Gegenverkehr zu rechnen. Dieser begrenzt sich allerdings auf ein paar Busse. Für Fips mittlerweile alles kein Problem mehr. Es wird auch endlich wieder ein grüner und die Landschaft ist unheimlich schön und abwechslungsreich. Die Piste wechselt zwischen tropischen Tälern (1000m, 30°C) und luftigen Bergkämmen (2500m, 15°C) mit großartiger Aussicht. Zwischendurch überqueren wir den „Rio Grande“ und sehen viele Papageien. Nach ca. 100km erreichen wir „La Higuera“. In der Schule dieses Dorfes mit 5 Häusern wurde Che Guevara 1967 hingerichtet. Wir sind wieder überrascht. Am Anfang des Dorfes treffen wir Juan Lebras, einen Franzosen der sich um die geschichtliche Aufarbeitung der letzten Tage der Guerilla kümmert und zusammen mit anderen das „Casa de la Telegrafista“ betreibt. In diesem Haus lebte früher der Telegrafist, der unter anderem Nachrichten für die Guerilla versendete. Heute ist es Unterkunft und Museum. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste. Am Abend erzählt uns Juan über seine Recherchen bei einigen Coca-Blättern. Da das Dorf unheimlich ruhig und idyllisch ist, bleiben wir noch eine Nacht. Dabei werden wir zeuge eines historischen Momentes, das Grundstück wird an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Am nächsten morgen fahren wir weiter nach Samaipata. Das kleine Dorf ist übervölkert von Europäern und voll auf Touristen eingestellt. Wir steigen für die Feiertage im Hotel „Landhaus“ ab, dass von sehr netten Leuten betrieben wird. Leider regnet es jeden Tag. Wir gehen hier mal was essen, da mal was trinken, machen einige Bekanntschaften und besuchen die nahegelegenen Inca Ruinen.

Mit den Mopeds läuft alles gut. Die Transalp hatte ein paar Problemchen. Durch den Wüstendreck und die Höhe kam so gut wie keine Luft mehr an, was sich durch Stocken im hohen Drehzahlbereich bemerkbar machte. Nach einer Reinigung des Luftfilters beim nächsten „Moto Taller“ lief die Gute wieder. Außerdem hat sich nach 25 Jahren der Regler verabschiedet. Da dies abzusehen war, habe ich vorher eine Ladespannungsanzeige an beiden Motorrädern verbaut. So könnten wir schlimmeres Vermeiden und frühzeitig erkennen, dass die Spannung ohne Licht viel zu hoch war (über 16V). Einen neuen hatte ich bereits im Gepäck. Die Africa Twin gibt sich bislang mit regelmäßiger Kettenpflege zufrieden. Überhaupt haben wir so gut wie keine Probleme mit der Höhe und der schlechten Benzinqualität. Anders die BMW und Triumph Fraktion der Neusten Modellreihen. Motorradreisende klagen über stotternde, überhitzte Motoren und fontänenartige Kühlwasseraustritte. Wiedermal bin ich froh auf Motorräder gesetzt zu haben, deren Lebensdauer nicht mit der Garantiezeit endet ;)
Außerdem haben wir Wege gefunden an halbwegs „normale“ Benzinpreise zu geraten. Wir meiden einfach die Tankstellen an denen wir ohnehin höchst ungern oder gar nicht bedient werden. In den Dörfern gibt es immer jemanden der Benzin verkauft, man muss nur fragen. Außerdem ist die Qualität dort wenigstens gleichbleibend schlecht (an Tankstellen auch mal sehr schlecht), da das Geschäft sonst schnell von jemand anderem übernommen wird. Ob der Erlös durch den Mehrpreis für Ausländer bei der derzeitigen Regierung sinnvoll verwendet wird, ist ohnehin fraglich.

alti
Altiplano


Saftbarmeile auf dem Markt in Sucre

tropisch
Ruta 38, tropisch

Bus
Gegenverkehr

tal
Valle Rio Grande

rio
Rio Grande

unfall
Schöne Landschaft

casa
Casa de la Telegrafista

luftig
Ruta 38, luftig

mittag
Mittagessen

Atacama und Uyuni

Wir besuchen noch einige Attraktionen rund um San Pedro de Atacama, wie das „Valle de la Luna“ oder das „Valle de la Muerta“. Diese Orte sind zwar schön, jedoch völlig überlaufen und es wird überall Eintritt verlangt, da die meiste Agenturen Ausflüge hierher anbieten. Deshalb füllen wir unsere Vorräte auf um noch etwas ruhigere Ecken der Atacama zu sehen. Wir fahren zum „Salar de Atacama“ einer riesigen Salzebene südlich von San Pedro und anschließend zum „Laguna Lejia“ auf dem „Paso Huaitiquna“ der in Richtung der argentinische Grenze führt. Der Weg dort hin entwickelt sich zu einer groben Schotterpiste mit fiesen Sandpassagen. Menschen treffen wir so gut wie keine mehr, dafür zahlreiche Lamas. Wir stellen unser Zelt an einem geeigneten Platz auf dem Weg zur Lagune auf, haben allerdings beide mit leichten Kopfschmerzen zu kämpfen, da wir uns mittlerweile auf ca. 4000m befinden. Am nächsten Tag erreichen wir die Lagune auf 4400m. Gerne würden wir noch etwas bleiben und ein Stück des Wanderweges zum nahegelegenen Vulkan „Lascar“ (5600m) gehen. Wir müssen allerdings umkehren, da wir uns bei den Wasservorräten verschätzt haben.
Anschließend folgen zwei Zwangsübernachtungen in San Pedro und Calama, wo wir uns erneut mit Vorräten eindecken. Auf dem Weg von Calama zur bolivianischen Grenze, entlang des „Paso Ollagüe“ passieren wir unzählige Vulkane aus denen teilweise Rauch aufsteigt. Bei dem am Pass gelegenen Vulkan(chen) „Poruna“ gelingt uns endlich der Aufstieg zu einem Vulkankrater. Die Nacht verbringen wir am „Salar de Ascotan“. Dort finden wir eine geeignete Lehmhausruine zum wildcampen, die uns vor dem starken Wind schützt, der uns schon wieder seit Tagen malträtiert. Zur Krönung gibt es Nachts mal wieder einen beeindruckenden Sternenhimmel und anstatt der Sternschnuppen einen Meteoriten (Angaben ohne Gewähr, bin kein Astronom).
Am nächsten Morgen geht es weiter zum Grenzort „Ollagüe“. Da seit dem letzten Tanken ca. 200km vergangen sind und wir in den nächsten 250km mit keiner größeren Ortschaft rechnen, müssen wir tanken. Auf meiner GPS-Karte ist eine Tankstellen in diesem Örtchen eingezeichnet. Wir folgen den Koordinaten und stehen vor einer Kneipe. Ich geh nachfragen und uns wird tatsächlich Benzin aus Kanistern verkauft, allerdings für den doppelten Preis (1.500 Peso/l ~ 2 EUR/l). Der Grenzübertritt verläuft reibungslos. Am bolivianischen Grenzposten, mitten im Niemalsland treffen wir auf einen gehörlosen Biker aus den USA. Er kommt gerade aus Bolivien, ist von der Piste sichtlich erschöpft und bittet uns um Wasser. Trotz seiner recht sportlichen 650er GS, scheint er nicht besonders begeistert über die uns bevorstehende Strecke zu sein. Schweren Herzens verschenke ich eine Flasche Wasser und wir fahren weiter, denn wir wollen noch den 150km entfernten „Salar de Uyuni“ erreichen. Die auf meiner Karte als „Carretera“ (Land-/Schnellstraße) gekennzeichnete Rute beginnt als ordentliche Schotterpiste. Später mündet diese in einer weiteren Salzebene. Eine Straße ist nicht mehr zu erkennen und die von der GPS-Karte vorgeschlagene Rute ist eher als Empfehlung anzusehen. Nach ca. 80km erreichen wir das Dorf „San Juan“. Ab hier wird die Streckenführung etwas zorniger. Die weiteren 70 km führen uns über stark ausgefahrene Waschbrettpisten und lose Sandpisten. Fips muss drei leichte Stürze auf losem Untergrund wegstecken und hat dadurch den Blick für die schöne Landschaft und die unzähligen Lamas und Vicunas etwas verloren. Wenigstens gibt es keinen Verkehr. Wenn sich doch mal ein Fahrzeug nähert, ist es auf jedenfalls ein viel zu schneller Toyota Landcruiser der uns mit einer ewig langen Staubfahne eindeckt. Da sich die Stimmung ein wenig trübt, brechen wir die Sache ab und gönnen uns ein gemütliches Hostal in einer der wenigen Ortschaften kurz vor dem „Salar de Uyuni“.
Am nächsten morgen geht es dann in die Salzwüste. Wieder sind die vorgeschlagenen Ruten nur als Empfehlung anzusehen. Der „Salar de Uyuni“ ist noch weißer, ebener und größer als alle bisherigen Salzebenen. Wir brettern die ca. 120 km quer über den Salzsee, hören die Salzplatten unter uns knacken, sehen nur in der Ferne einige andere Fahrzeuge und machen in der Mitte halt für die obligatorischen Salzseefotos. Am Ende des Tages erreichen wir mit den letzten Litern Benzin die schmucklose Stadt Uyuni. Als erstes geht es an die Tanke, an der Ausländer den dreifachen Preis (7 BOL/l~90 Cent/l) für die gerade mal 85 octanhaltige Brühe zahlen. Danach gibt es ein leckeres Mittagessen für 20 BOL und anschließend geht es auf Hostalsuche. Wir finden eine günstige Bleibe und ich bin voll zufrieden, da es einen sicheren Parkplatz, eine warme Dusche und sogar Internet gibt. Fips ist nur teilweise zufrieden und auf den 2. Blick scheint mir das in die Jahre gekommene „El Viajero“ doch ein wenig kritikwürdig. Zum Abend geht es dafür in das „touristische Zentrum“ wo sich mal wieder Hostals, Restaurants und Agenturen aneinander reihen und einem Pizza und Paste für den 4-fachen Preis, wie das leckere bolivianische Mittag angeboten werden.


Paso Huaitiquna

Zeltplatz
Übernachtung auf dem Weg zum Laguna Lejia

laguna
Laguna Lejia und Vulkan Lascar

Salar Ascotab
Salar de Ascotan mit Flamingos

hauptstra�e
Landstraße in Bolivien

Salar de Uyuni
Salar de Uyuni

Fotospa�
Fotospass am Salar de Uyuni

Chile

Mittlerweile haben wir die ersten 2000km durch Chile zurückgelegt und sind zur Zeit in San Pedro de Atacama, einem von Touristen überlaufenen, überteuerten Kaff in mitten der Atacama Wüste, in dem sich Hostels, Restaurants, Touranbieter und Souvenirläden aneinander reihen. Für uns ist es dennoch wichtig ein paar Tage hier zu bleiben um dieses Internet zu nutzen, Sachen zu waschen, etc… Hier trifft man neben Travellern und Pauschaltouristen auch andere Motorradfahrer, da es Ausgangspunkt für einige sehr interessante Grenzübertritte nach Bolivien ist. Vor allem die hochaufgerüstete BMW-Fraktion ist stark vertreten.
Auf dem Weg hierher haben wir einige sehr schönen Nationalparks besucht. Die erste nennenswerte Station war das „Reserva Isla de Choros“. Die Insel liegt vor dem Ort Punta de Choros, der nur über eine 50km lange Schotterpiste zu erreichen ist und dessen Charme erst auf den 2. Blick sichtbar wird. Bei einem Bootsausflug zur Insel konnten wir eine Gruppe Finnwale, Kormorane, Otter, Seelöwen und natürlich die „Pingüinos de Humboldt“ sehen. Anschließend folgten wir der Küstenstraße und besuchten die Nationalparks „Llanos de Challe“ und „Pan de Azucar“, die mit weißen Sandstränden, türkisfarbenem Wasser und surrealen Wüstenlandschaften auftrumpfen. Wir unternehmen jeweils eine Wanderung durch die Wüste und bekommen Guanacos zu Gesicht. Viele Menschen Treffen wir nicht und sind teilweise die einzigen Gäste auf den Zeltplätzen.
Die Sonne ist todbringend. Das erste was wir morgens machen ist uns die Gesichter einzucremen, unsere Nasen gleichen trotzdem „Trinkernasen“. Der kühle Humboldtstrom sorgt allerdings für erträgliche Temperaturen.
Nach dem „Pan de Azucar“ begeben wir uns wieder auf die Ruta 5 (Panamericana) und legen die 750km nach San Pedro de Atacama in 2 Tagen zurück. Die Strecke führt über schnurgerade Straßen durch „noch mehr“ Wüste. Es ist kein Strauch zu sehen, dafür zahlreiche Kupferminen und Solarparks. Richtig nervig wird die Sache aber erst durch die starken Seitenwinde. Überhaupt ist das Kurvenerlebnis in Chile bisher nur von einer Tour durch Holland zu übertreffen. Der Norden von Chile lässt sich auch sehr knapp umschreiben: Meer-Wüste-Berge
Ansonsten gefällt es uns in Chile gut, die Infrastruktur ist super und es gibt ausreichend Zeltplätze aber auch genügend Möglichkeiten zum Wild-campen. Ausreichend Wasser und Benzin sollte man jedoch immer dabei haben, da auf einigen 100km schon mal „Nichts“ kommen kann. Fips‘ Arm ist gut verheilt uns die Wunden sind mittlerweile fast verschlossen. Die Motorräder laufen wie geschmiert nur die Transalp hat uns mit einem exorbitantem Ölverbrauch überrascht. Beim freundlichen „Moto Repuesta“ Laden in Calama haben wir und deshalb nochmal mit neuem Öl und einem Satz Rückspiegel für die Transalp (die alten sind vermutlich bei Bodenkontakt, auf Grund von Kurzbeinigkeit, zu Bruch gegangen ;) ) eingedeckt. In den nächsten Tagen werden wir uns auf nach Bolivien machen.

Seelöwe
Seelöwin beim Resourcenschonen

wildwechsel
Wildwechsel!, Guanacos am Straßenrand

llanos de challe
Camping im Reserva Llanos de Challe

pan de azucar
Reserva Pan de Azucar

pan de azur 2
Reserva Pan de Azucar zum zweiten

kurvenspass
Kurvenspaß in Chile

vulkane
Vulkane um San Pedro de Atacama (+Adventurepose)

Santiago

Seit 3 Wochen sind wir nun in Santiago. Unser Aufenthalt, für welchen ursprünglich 10 Tage geplant waren, hat sich unfreiwillig verlängert. Ein super Auftakt also. Fips´ Liebe zu Hunden hat ihr unangenehme Fleischwunden am Unterarm und uns einen verspäteten Start beschert. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit…. Was letztendlich zum Biss führte ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich war der etwas eigensinnige und in die Jahre gekommene Familienhund „Schugo“ einfach mit dem enthusiastischen Empfang und den vielen fremden Besuchern zum Grillnachmittag überfordert. Durch den Biss hat sich Fips zwei tiefe Wunden am Unterarm zugezogen wodurch auch die Muskeln in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nach einer fragwürdigen Erstversorgung in einer staatlichen Klinik folgte jedenfalls eine fette Entzündung und ein mehrtägiger stationärer Aufenthalt in einer weitaus besseren Privatklinik. Mittlerweile scheint der Arm soweit verheilt zu sein, dass eine Kupplung bedenkenlos betätigt werden kann und wir in den nächsten Tagen starten können.
Das gute an der Sache ist, dass wir bei Lucie, Vallo und Claudio (alte freunde der Familie) sehr gut untergebracht sind. Neben der Unterbringung und der sehr, sehr guten Verpflegung haben sie uns auch einige graue Haare und Kopfzerbrechen erspart, indem sie uns bei allen organisatorischen Dingen mit den Motorrädern und der medizinischen Versorgung geholfen haben.
Nach dem Krankenhausaufenthalt und Tonnen von Antibiotika ging es Fips zunehmend besser. Die Zeit haben wir uns mit Ausflügen in und um Santiago vertrieben und wurden dabei oftmals von unseren Gastgebern begleitet. Die Abende wurden mit Anekdoten der spannenden Familiengeschichte und einigen Cervecitas gefüllt. Außerdem wurden wir zu diversen Familienfeiern und Geburtstagen von Bekannten und Freundes Freunden eingeladen. An der Stelle kann ich bestätigen, dass die chilenische Gastfreundschaft das menschliche Fassungsvermögen von Essen und Getränken weit überschreitet.
Ich habe mal wieder einige Zeit mit Schrauben und Basteln verbracht, da ich feststellen musste, dass meine Nacht und Nebel Vergasereinstellung und -synchronisation vor dem Verschiffen nicht so ganz optimal war. Nach einem Blick ins Schrauberhandbuch und einer erneuten Synchronisation mit selbstgebauter Schlauchwaage denke ich, dass die Motorräder nun endgültig reisefertig sind. Außerdem kenne ich mich jetzt gut im Motorradviertel von Santiago aus.
Als nächstes werden wir wohl weiter 2 Wochen in Chile verbringen um alle möglichen sehenswerten Ziele im Norden abklappern um uns anschließend schnellstmöglich nach Bolivien zu begeben.

Santiago
Skyline Santiago

Schrauben
Schraubernachmittag


Majestro


Prinzessin auf der Erbse

Erzfeind
Erzfeind

Lago de yesu
Laguna de Yeso, In der Nähe von Santiago

La familia de Chile
La Familia Chilena

2 Japanerinnen auf Tour

Um Freunde, Verwandte, Bekannte und wen es sonst noch interessiert auch auf dieser Reise auf dem laufenden zu halten, nutzen wir dieses Mal einen Blog. Das ist zwar etwas mehr Selbstdarstellung als uns lieb ist, räumt aber zumindest den Vorwurf „Ihr habt euch ja niiiie gemeldet“ aus dem Weg. Außerdem hat das versenden von Kettenmails während unserer Indienreise zu viel Zeit in Anspruch genommen und am Ende doch nicht alle erreicht.

Nun denn, für die Technik-interessierten eine kurze Vorstellung unserer alten japanischen Ladies. Für unsere Reise haben wir das beste gewählt was die 90er zu bieten hatten ;) Ich werde die Reise auf meiner langjährigen, stets treuen Honda Africa Twin und Fips auf einer kürzlich erworbenen Honda Transalp verbringen. Da unsere Budget begrenzt ist, hat es natürlich nicht für gepflegte Garagenfahrzeuge aus 1. Hand gereicht. Somit hat die Transalp vom Baujahr 1991 eine Kilometerleistung von 56.000km und die Africa Twin vom Baujahr 1996 eine stattliche Kilometerleistung von mittlerweile 138.000 km oder wie der Honda-Fahrer sagen würde: „gerade eingefahren“. Da der Verschiffungstermin doch eher angesetzt wurde als erwartet, gab es am Ende doch noch etwas Stress und einige Nachtschichten in der Werkstatt. Beide Mopeds mussten noch mal komplett entkleidet werden, um einen großen Service zu bekommen. Zusätzlich mussten bei der Transalp noch einige Umbauten für die Reisetauglichkeit vorgenommen werden. Schließlich hat doch alles (mehr oder weniger) geklappt und ich konnte beide Motorräder Anfang September und 20 min vorm letztmöglichen Anlieferungstermin in Hamburg abgeben.

Zusätzlich haben wir uns im Vorfeld noch ein Fahrsicherheitstraining und ein Endurotraining beim Enduro-Action-Team in Meltewitz gegönnt. Und natürlich hat Fips im Frühjahr ihren Motorradführerschein gemacht damit sie dieses mal sogar legal fahren darf und es nicht wieder zu unschönen Begegnungen mit der örtlichen Polizeibehörde kommt ;)